4U9525-Unglück

Namensnennung von Germanwings-Copilot war zulässig

Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine im März in den französischen Alpen waren alle 150 Insassen gestorben

Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine im März in den französischen Alpen waren alle 150 Insassen gestorben

Foto: Yves Malenfer/Dicom/Ministere In / dpa

Überführung deutscher Germanwings-Opfer verspätet sich nach Panne. Namensnennung des Copiloten der Germanwings-Katastrophe zulässig.

Köln. Die Überführung der deutschen Opfer der Germanwings-Katastrophe verzögert sich - jetzt soll so schnell wie möglich ein neuer Termin bekanntgegeben werden. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einem neuen Zeitplan“, sagte Germanwings-Sprecher Heinz Joachim Schöttes am Donnerstag. Die französischen Behörden hatten die Unterbrechung der Vorbereitungen veranlasst.

Laut einem Bericht des Kölner „Express“ vom Donnerstag gab es einen Fehler bei den Übersetzungen der Sterbeurkunden aus dem Französischen, womit sie ungültig geworden seien. Die Panne, bei der es unter anderem um falsche Angaben zu Geburtsdaten gegangen sei, fiel den Behörden demnach erst am Montag auf.

Mehrere Angehörige reagierten laut der Zeitung verärgert: In einigen Fällen habe es bereits Planungen für Beisetzungen in Deutschland gegeben.

Namensnennung des Copiloten zulässig

Der Germanwings-Airbus A320 mit der Flugnummer 4U9525 war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der Copilot den tödlichen Sinkflug mit Absicht eingeleitet, während der Pilot nicht im Cockpit war. Alle 150 Insassen starben. Der Copilot soll psychische Probleme gehabt haben.

Unterdessen hat der Deutsche Presserat entschieden, dass der Name des Copiloten der abgestürzten Germanwings-Maschine bei der Berichterstattung über die Katastrophe genannt werden durfte. Demnach beging Andreas Lubitz, als er am 24. März den Jet zum Absturz brachte, „eine außergewöhnlich schwere Tat, die in ihrer Art und Dimension einzigartig ist“. Dies spreche für ein „überwiegendes öffentliches Interesse an dem Fall“, wie das Selbstkontrollorgan der deutschen Printmedien am Donnerstag in Berlin mitteilte. Auch das Veröffentlichen von Fotos des Copiloten sei zulässig gewesen. Bilder von Opfern und Angehörigen hingegen hätten in der Regel nicht veröffentlich werden dürfen, teilte das Gremium weiter mit. Eine Fülle entsprechender Beschwerden wurde abgewiesen.

Insgesamt hatten 430 Menschen die Berichterstattung über den Flugzeugabsturz beanstandet. Das war die höchste Zahl an Beschwerden zu einem einzelnen Ereignis seit Gründung der Presse-Selbstkontrolle. (dpa/kna/HA)