Lebensgefahr?

US-Armee verschickt Proben mit tödlichen Anthrax-Erregern

Militärbasis in Rush Valley im US-Bundesstaat Utah: Von hier wurden versehentlich Anthrax-Proben an neun Laboratorien in den USA und nach Südkorea versendet.

Militärbasis in Rush Valley im US-Bundesstaat Utah: Von hier wurden versehentlich Anthrax-Proben an neun Laboratorien in den USA und nach Südkorea versendet.

Foto: George Frey/Archiv

US-Armee verschickt versehentlich Proben mit lebenden Milzbranderregern an Labore im In- und Ausland. Anthrax ist hochgefährlich.

Eine Sendung mit einer mutmaßlichen Probe des Milzbranderregers Anthrax hat bei den in Südkorea stationierten US-Streitkräften für Aufregung gesorgt. Die Probe enthielt statt abgetöteter Bakterien lebende Erreger. 22 Armeeangehörige könnten während eines Trainings der Probe ausgesetzt gewesen sein, teilte der betroffene US-Luftwaffenstützpunkt im südlich von Seoul gelegenen Osan am Donnerstag mit.

Für sie seien „vorsorglich medizinische Maßnahmen“ einschließlich der Vergabe von Antibiotika getroffen worden. Bei keinem der Betroffenen seien jedoch Anzeichen einer Belastung durch die Probe festgestellt worden. Auch bestehe kein Risiko für die Öffentlichkeit. In den USA mussten sich vier Arbeiter des Verteidigungsministeriums einer ähnlichen Behandlung unterziehen, berichtet der US-Fernsehsender CNN.

Armee vernichtet Probe

Das US-Verteidigungsministerium hatte nach Berichten amerikanischer Medien zuvor erklärt, dass ein Labor im Bundesstaat Utah versehentlich Anthrax-Proben an neun Laboratorien in den USA und nach Südkorea versendet habe. Nach CNN-Angaben machte ein Labor im US-Staat Maryland auf die Behörden auf die lebenden Erreger aufmerksam.

Die Probe sei von Ernstfall-Spezialisten des 51. Jagdgeschwaders in Osan in einem geschlossenen Bereich vernichtet worden, hieß es in Südkorea. Die Anlage sei abgeriegelt worden. Es habe sich wahrscheinlich „um eine inaktive Probe gehandelt“, die jedoch nicht wie angenommen für Trainingszwecke gedacht gewesen sei. Es werde davon ausgegangen, dass die Probe selbst harmlos gewesen sei.

Erst im vergangenen Juni gab es eine Panne in einem US-amerikanischen Hochsicherheitslabor: Weil Sicherheitsregeln ignoriert wurden, sind womöglich 75 Wissenschaftler in Kontakt mit gefährlichen Milzbrand-Erregern (Anthrax) gekommen.

(dpa/sir)