Dänemark

Moderator tötet Kaninchen live in Radiosendung

Mit der Aktion wollte der Sender auf grausame Methoden der Agrarwirtschaft aufmerksam machen. Nun steht er massiver Kritik gegenüber.

Dänemark. Weil er ein junges Kaninchen in einer Livesendung des dänischen Radiosenders "Radio24syv" tötete, sieht sich Moderator Asger Juhl derzeit scharfer Kritik von Tierschützern und Internetusern gegenüber. Juhl hatte das Tier am Montag mit mehreren Schlägen auf den Kopf getötet, um so die "Heuchelei" seiner Landsleute in Sachen Tierschutz anzuprangern. Dies teilte der Sender nach der aufgekeimten Kritik in einer auf Dänisch und Englisch verfassten Mitteilung via Twitter und Facebook mit.

Darin heißt es, man habe die Tötung nicht aus Gründen der Unterhaltung, sondern zwecks einer Aufklärung vorgenommen. Demnach würden in Dänemark tagtäglich Tausende Tiere umgebracht, damit Menschen sie essen könnten. "Die dänische Landwirtschaft ist eine der am stärksten industrialisierten der Welt. Aber wir scheinen dem Tierschutz nur wenig Aufmerksamkeit zu schenken", führt der Sender in dem Statement aus.

Kritik, das Kaninchen habe während der Aktion Qualen erlitten, wies der Sender zurück. Juhl habe in der Sendung so hart zu geschlagen, sodass es zu einem schmerzfreien Genickbruch gekommen sei. Die dafür notwendige Technik habe der Moderator zuvor durch einen erfahrenen Tierpfleger des Aalborger Zoos erlernt.

Das Kaninchen habe Juhls später gemeinsam mit seinen Kindern gehäutet, zerlegt und zu einem Schmorgericht verarbeitet.

"Wir wollten provozieren"

Dass die Aktion negative Reaktionen auslösen würde, schien man seitens des Senders bewusst in Kauf genommen zu haben. Man hätte gewusst, dass man der Provokation bezichtigt würde, schreibt "Radio24syv". "Und ja, in der Tat wollten wir die Öffentlichkeit provozieren und eine Debatte über die Heuchelei anleiern, wenn es um das Thema Tierschutz geht."

Das Netz kritisiert die öffentliche Tötung weiterhin scharf. Vor allem wird dem Sender vorgeworfen, die bewusste und gewünschte Provokation nur als Vorwand anzugeben, man eigentlich aber für das eigene Unternehmen werben wolle. (mdi)