Casting-Show

"Germany’s next Topmodel" nach Bombendrohung abgebrochen

Während der Liveübertragung des Finales von "GNTM" erhielt ProSieben eine Bombendrohung. 10.000 Zuschauer mussten die Arena verlassen.

Hamburg/Mannheim. Die Liveübertragung des Finales von "Germany’s Next Topmodel" wurde am späten Donnerstagabend abgebrochen. Es habe während der Sendung eine Bombendrohung gegeben, teilte der Sender ProSieben am Donnerstagabend via Twitter mit. Um 21.07 Uhr hat eine Frau beim Sender angerufen und gedroht, dass in der Halle während der Live-Übertragung eine Bombe hochgeht. Zusätzlich wurde an einer der Garderoben ein verdächtiger Koffer gefunden, wie die Polizei später mitteilte. Daraufhin entschied der Veranstalter in Rücksprache mit der Polizei, die Halle vorsorglich zu räumen.

Um ca. 21.30 Uhr hat Heidi Klum überraschend knapp eine Werbepause angekündigt. Statt die Sendung anschließend wiederaufzunehmen, zeigte ProSieben einen Spielfilm. „Wegen technischer Probleme kann das Top Model Finale heute nicht weiter gesendet werden“, hieß es anfangs auf einem Laufband, das der Sender ausstrahlte.

Gegen 22.35 Uhr forderte ein Moderator die Zuschauer auf, die SAP Arena in Mannheim „geordnet zu verlassen“. Direkt danach verlassen die 41 Jahre alte Klum und ihre Co-Juroren Thomas Hayo und der Designer Wolfgang Joop die Bühne. Bis dahin sind noch drei Mädchen im Rennen um die Model-Krone: Ajsa (18) aus Tübingen, Anuthida (17) aus Lübeck und Vanessa (18) aus Bergisch-Gladbach. Katharina (19) aus Winsen an der Luhe war kurz zuvor ausgeschieden. Moderatorin Klum twitterte um kurz nach Mitternacht ein Foto mit den Teilnehmerinnen und einer Entschuldigung:

Die Zuschauer verlassen die Halle ruhig - obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits Internet von einer Bombendrohung zu lesen ist. Die Menschen versammeln sich zunächst auf dem Parkplatz vor der Halle. Mädchen stehen in ihren Pumps und dünnen Kleidchen mit ihren Müttern ratlos herum. Wer die Ordner anspricht, bekommt zu hören: „Ein technischer Defekt.“ Nach einiger Zeit ertönt eine Stimme über Lautsprecher. Ein Ordner übersetzt die unverständliche Ansage: „Wegen eines technischen Defekts kann die Veranstaltung nicht fortgesetzt werden. Wir bitten Sie, das Gelände zu verlassen.“

Die Stimmung auf dem Parkplatz bleibt die ganze Zeit über ruhig. „Ich finde es total bescheuert, ich finde es unmöglich, wie jemand so etwas machen kann“, sagt Wenke Gänge aus der Nähe von Heidelberg. „Da sind doch auch kleine Kinder dabei.“ Die 43-Jährige ist mit ihrer Tochter und Freunden bei der Show gewesen. Die Gruppe ist so schnell aufgebrochen, dass sie ihre Jacken in der Halle gelassen hatte.

Andere Zuschauer ärgern sich über die Art der Räumung der Halle – immerhin hat die Jury zumindest die Bühne deutlich vor den Zuschauern verlassen. „Wenn die 10.000 Menschen verrecken, ist es nicht so schlimm, wie wenn die Promis verrecken“, sagt die 23-jährige Lisa Bollinger aus Ludwigshafen. „Es ist eine bodenlose Frechheit, dass diese teuren Karten für den Arsch sind.“ Ihre Begleiterin stört vor allem, dass es keine zunächst keine weiteren Informationen gibt. „Es ist schon sehr seltsam“, sagt sie. „Wir wissen nicht, was genau ist.“ (HA/dpa)