Den Haag/Berlin

Neuer Pferdefleischskandal: Behörden stoppen Händler

Den Haag/Berlin. Eine kriminelle Bande hat jahrelang in mehreren Ländern Europas Pferdefleisch, das Menschen eigentlich niemals essen sollten, in den Handel geschleust. Bei Durchsuchungen in Dutzenden von Betrieben seien 26 Verdächtige festgenommen worden, die meisten davon in Frankreich. Dies teilte die Koordinationsstelle für die Justizzusammenarbeit in der EU in Den Haag mit. 200 Pferde wurden den Angaben zufolge beschlagnahmt und werden untersucht. Ergebnisse der Untersuchungen lagen am Wochenende noch nicht vor.

Bisher gebe es keine Hinweise darauf, dass Verbraucher gesundheitlich geschädigt worden seien. Deutschland sei "so gut wie nicht betroffen": Es habe nur eine Hausdurchsuchung und keine Festnahmen gegeben.

Zwischen 2010 und 2013 sind nach Schätzung der führenden französischen Behörden etwa 4700 zum menschlichen Verzehr ungeeignete Pferde in die Lebensmittelkette gelangt. Die über die Grenzen hinweg operierenden kriminellen Händler sollen vor allem die Pferdepässe gefälscht haben, mit denen sich die Herkunft jedes einzelnen Pferdes und dessen Gesundheitszustand nachvollziehen lässt.

Ein Sprecher des Bundesernährungsministeriums sagte, Frankreich habe im EU-Schnellwarnsystem für Lebensmittel bisher keine Informationen veröffentlicht: "Offenbar handelt es sich nicht um ein akutes Geschehen." Dem Ministerium lägen "keine Informationen vor, dass sich Pferdefleisch in Deutschland befinden könnte, das für den Verzehr nicht geeignet ist".

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