Rom. Flüchtlingsboot war mit mehr als 800 Menschen an Bord im Mittelmeer gekentert. Zeuge berichtet von Haschischkonsum des Kapitäns während Fahrt.

Der Kapitän des im Mittelmeer gesunkenen Schiffes mit Flüchtlingen soll nach Zeugenaussagen an Bord Wein getrunken und Haschisch geraucht haben. „Der Kapitän hat Wein getrunken und seit der Abfahrt Joints geraucht“, sagte ein 17 Jahre alter Überlebender des Unglücks mit vermutlich bis zu 800 Toten nach Angaben der Agentur Ansa vom Mittwoch. Der aus Tunesien stammende Kapitän und ein Besatzungsmitglied waren nach dem Schiffbruch festgenommen worden. Dem Kapitän wird unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung vorgeworfen.

„Sie wollten 1200 Menschen auf das Schiff bekommen, sie haben uns angeschrien, wir sollten uns beeilen und haben uns gestoßen, damit wir auf das Schiff gehen“, berichtete ein 16 Jahre alter Überlebender aus Somalia. „Am Ende war das Boot mit 800 Menschen total überfüllt.“ Der 17-Jährige berichtete, die Kollision mit einem Frachter, der den Migranten zur Hilfe geeilt sei, habe das Unglück verursacht. „Als das andere Schiff ankam, hat der Steuermann ein falsches Manöver gemacht und ist gegen den Frachter geprallt.“ (dpa)