Fährschiff-Unglück: Eine Deutsche unter den Opfern

Brindisi. Bei dem Fährunglück in der Adria am vergangenen Sonntag ist auch eine Deutsche ums Leben gekommen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte dies am Freitag. Insgesamt 17 Deutsche konnten nach dem Brand der „Norman Atlantic“ in Sicherheit gebracht werden.

Beim Brand auf der Fähre waren mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen zwei Einsatzkräfte. Das Wrack der Fähre war am Freitag im Hafen der süditalienischen Stadt Brindisi eingetroffen und wurde erstmals untersucht. Dabei wurde auch die Blackbox des Schiffs geborgen. Die Ermittler schließen nicht aus, dass in dem stark beschädigten Wrack weitere Leichen gefunden werden könnten.

An Bord des verunglückten Schiffs waren blinde Passagiere. Die Passagierlisten stimmten nicht mit den tatsächlichen Fahrgästen überein. Deshalb ist unklar, wie viele Menschen noch vermisst werden. Das griechische Fährunternehmen Anek gab die Zahl der Insassen zuletzt mit 474 an. Der italienische Ermittlungschef Giuseppe Volpe spricht dagegen von mindestens 499 Insassen. Die Küstenwache aktualisierte zuletzt die Zahl der geretteten Insassen auf 477 – 50 mehr als zuvor.

Der Kapitän soll laut Medienberichten gegenüber der Staatsanwaltschaft erklärt haben, dass Besatzungsmitglieder beim Herablassen von Rettungsbooten seinen Anweisungen nicht korrekt nachgekommen seien und auf dem Wagendeck zu viele Fahrzeuge gestanden hätten.

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