Ontake

Retter unterbrechen Suche nach Opfern am japanischen Vulkan

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Wegen anhaltender Eruptionen mussten Retter die Suche nach weiteren Opfer am japanischen Ontake-Vulkan erneut einstellen. Fünf weitere tote Bergwanderer unter der zentimeterhohen Asche gefunden.

Tokio. Wegen giftiger Gase und Asche am japanischen Vulkan Ontake ist die Suche nach Vermissten dort am Montag unterbrochen werden. Dies teilte die Polizei in der Präfektur Nagano mit. Die unerwartete Eruption am Sonnabend kostete vermutlich 36 Menschen das Leben. Geborgen wurden bis Montagnachmittag (Ortszeit) zwölf Opfer.

Vor der Unterbrechung der Bergungsarbeiten wurden nach Polizeiangaben acht weitere Leichen vom mehr als 3000 Meter hohen Massiv hinabgeflogen worden. Vier Tote waren bereits am Sonntag geborgen worden. 24 Leichen sollen sich noch in der Nähe des Gipfels befinden. Wie die Opfer genau ums Leben kamen, blieb zunächst unklar. Ihr Tod könnte durch giftige Gase, Asche oder herabfallende Steine ausgelöst worden sein.

Auf Live-Aufnahmen des japanischen Fernsehsenders TBS waren Soldaten zu sehen, die einen gelben Leichensack nach dem anderen zu einem Militärhubschrauber trugen, der in einem offenen Gelände wartete. Die sterblichen Überreste wurden zu einem nahen Sportfeld geflogen. Sie sollen in der Sporthalle einer Grundschule in der Stadt Kiso untersucht werden. Familienangehörige der Vermissten warteten in der Nähe.

An dem Sucheinsatz in der Nähe des Vulkangipfels seien mehr als 200 Soldaten und Feuerwehrleute beteiligt gewesen, teilte der Beamte Katsunori Morimoto in der Ortschaft Otaki mit. Dabei waren demnach auch Einheiten mit Ausrüstung zum Aufspüren von Gasen. Die Arbeiten mussten den Angaben zufolge gestoppt werden, da die Konzentration toxischer Gase und Asche in dem Vulkan zunahm. „Es klingt so, als ob es da oben einen gewaltigen Ascheregen gibt“, sagte Morimoto. Die Rettungskräfte hätten am Morgen starken Schwefelgeruch gemeldet.

Japanische Medien berichteten, einige der Leichen seien in einer Hütte nahe dem Gipfel gefunden worden. Andere hätten bis zu 50 Zentimeter tief in der Asche gesteckt. Bei den vier am Sonntag geborgenen Opfern handelte es sich den Angaben zufolge um Männer, unter den acht am Montag gefundenen waren auch Frauen.

Der Vulkan war am Samstag ausgebrochen. Zu dem Zeitpunkt waren dort mindestens 250 Wanderer unterwegs. Die meisten schafften es bis Samstagabend vom Berg nach unten. Rund 40 Menschen, die über Nacht an den Hängen festsaßen, stiegen am Sonntag hinab. Nach Angaben der japanischen Behörde für Feuer- und Katastrophenschutz wurden 40 Menschen verletzt, drei davon schwer.

Überlebende berichteten örtlichen Medien, auf sie seien Steine geprasselt. Ein Mann sagte, er und andere hätten sich in den Keller einer Hütte begeben – aus Angst, dass die Felsbrocken durch das Dach hindurch gelangen könnten. Er habe sich mit einer dünnen Matratze geschützt.

Der 3067 Meter hohe Ontake liegt an der Grenze der Präfekturen Nagano und Gifu auf der Hauptinsel Honshu – rund 210 Kilometer westlich von Tokio. Der letzte große Ausbruch datiert aus dem Jahr 1979. Damals waren keine Menschen ums Leben gekommen.

( (ap/HA) )