In London und Manchester „sprechen“ Statuen mit Touristen

London. Ein Anruf von Sherlock Holmes oder Königin Viktoria gefällig? Für England-Touristen mit Smartphone ist das bald durchaus drin.

Am 19. August fangen 35 öffentliche Statuen in London und Manchester an zu sprechen. Mit der Stimme von so namhaften Schauspielern wie Patrick Stewart („X-Men“, „Raumschiff Enterprise“) und Simon Russell Beale („The Deep Blue Sea“,„My Week With Marilyn“) sagen sie in einem drei Minuten langen Monolog, was sie auf dem Herzen haben.

Die Texte sind von Dramatikern, Schriftstellern, Komikern und Kolumnisten verfasst. Zu hören sind sie, wenn man sein Smartphone über den QR-Code oder die NFC-Plakette am Denkmalssockel hält oder eine kurze Webadresse eintippt. Ist der Soundfile heruntergeladen, „klingelt“ das Handy, und der Monolog beginnt, sobald man den „Anruf´“ beantwortet. Neben Queen Viktoria, die sowohl in London als auch in Manchester spricht, und dem Meisterdetektiv aus der Baker Street kommen unter anderem der Schwerkraft-Entdecker Isaac Newton, der mythologische Griechen-Held Achilles, der englische Aufklärer John Wilkes und der unbekannte Soldat vom Londoner Bahnhof Paddington zu Wort.

Die Idee zu dem einjährigen Projekt stammt von der gemeinnützigen Organisation Sing London, deren künstlerische Direktorin Colette Hiller sagt: „Überall stehen wundervolle Statuen, aber die meiste Zeit nehmen wir sie überhaupt nicht wahr oder haben keine Ahnung, wen sie zeigen. Ich fragte mich, was sie wohl sagen würden, wenn sie sprechen könnten.“

Hiller geht es nicht um einen kurzen Geschichtsunterricht mit Daten und Fakten, sondern „darum, was den Dargestellten am Herzen liegt. Die sprechenden Statuen zielen darauf ab, eine Verbindung zwischen den Menschen und ihrer Umgebung zu schaffen.“ Dasselbe Ziel verfolgt Sing London auch mit anderen, ebenfalls kostenlosen Projekten wie dem Aufstellen von Klavieren und Pingpongtischen in Parks und Bahnhöfen oder Abfallkörben, aus denen „Thank you“ ertönt, wenn man etwas hineinwirft.