Dänischer Psychiater prangert Sauftouren bei Ärztekongressen an

Kopenhagen. Wenn alles von der Pharmaindustrie bezahlt wird, trinken Ärzte bei Kongressen oft bis zum Umfallen. Das behauptet der in Dänemark sehr angesehene Psychiater und Autor Henrik Day Poulsen, 48, in einem neuen Buch („Medizin, die tötet“, Verlag: Forlaget LIVA). „Ich habe mit eigenen Augen Ärzte gesehen, die sich betrunken vollkommen danebenbenommen haben, und sogar erlebt, dass einer damit drohte, in Zukunft die Medizin der betreffenden Pharmafirma nicht mehr zu verschreiben, falls nicht mehr Alkohol auf den Tisch kommt.“ Eine betrunkene Psychiaterin habe bei einem Kongress den Sponsoren vorgeworfen, dass der Wein bei der Konkurrenz besser sei.

Day Poulsen sagte der Zeitung „B.T.“: „Ich prangere die Doppelmoral an. Wir haben Ärzte, die sich als Pharma-Kritiker darstellen und dann gleichzeitig bei Konferenzen, die gesponsert werden, gierig werden.“