Luxemburg feiert Traumhochzeit

Thronfolger Guillaume und die belgische Gräfin Stéphanie sagten "Jo". Europas Adel und die Bevölkerung des Großherzogtums waren dabei

Luxemburg. Das neue Traumpaar des europäischen Adels heißt Guillaume und Stéphanie von Luxemburg. Der 30 Jahre alte Erbgroßherzog und die 28 Jahre alte Prinzessin feierten mit 1400 geladenen Gästen und Zehntausenden von Schaulustigen eine Hochzeit wie aus dem Bilderbuch.

Das Brautkleid, bestickt mit silberfarbenen Blättern, war ein Traum in Elfenbein: 50 000 Perlen, zehn Kilometer Silberfäden, 80 000 Kristallpailletten, 90 Meter Spitze, 30 Meter Satinorganza steckten in der Robe und der mehr als vier Meter langen Schleppe, für die der aus dem Libanon stammende Designer Elie Saab verantwortlich zeichnete. Als Kopfschmuck trug Stéphanie ein Diadem aus dem Familienbesitz mit 270 Brillanten und einem großen Diamanten. Er trat in einer Galauniform mit breiter gelber Schärpe am Sonntag in der Luxemburger Kathedrale Notre Dame vor den Altar und fragte Stéphanie auf Luxemburgisch: "Stéphanie, wëlls du meng Fraginn?" Und sie antwortete: "Jo, ech wëll." Vorher wurde mit einer Schweigeminute der verstorbenen Mutter Stéphanies gedacht. Die belgische Gräfin Alix de Lannoy war vor zwei Monaten überraschend mit 70 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben.

Das war dann auch schon das Ende des strengen Protokolls, denn Guillaumes Mutter, die auf Kuba geborene Großherzogin Maria Teresa, 56, warf Sohn und Schwiegertochter Kusshände zu. Das war ebenso unüblich auf einer Adelshochzeit wie der Beifall in der Kirche. Königin Beatrix der Niederlande klatschte, König Harald von Norwegen und Kronprinz Felipe von Spanien ließen sich anstecken. Nach der Trauung folgte das Hochzeitsbankett mit 800 Gästen, bei dem Sterneköchin Léa Linster, 57, mit ihrem 15-köpfigen Team für Gaumenfreuden sorgte. So gab es unter anderem die schon bei Guillaumes Großmutter Joséphine Charlotte beliebten Madeleine-Küchlein (Sandgebäck), aber auch Riesling-Pastetchen und Baumkuchen. (Übrigens hatte schon der Thronerbe als Schüler in Listers Küche ein Praktikum absolviert.) Am Abend zeigte sich das frisch vermählte Paar erneut Schaulustigen in den Straßen, ehe ein 16-minütiges Feuerwerk mit rosa und roten Herzen und zwei Konzerte den Abschluss der zweitägigen Feierlichkeiten bildeten. Das Festprogramm hatte die Stadt Luxemburg spendiert. Die Sperrstunde wurde extra aufgehoben: Gaststätten durften bis um 3 Uhr öffnen. Die neue Prinzessin und Erbgroßherzogin von Luxemburg und Thronfolger Guillaume fuhren zu später Stunde vom Palast zur privaten Residenz Schloss Berg, um dann in die Flitterwochen zu starten. Das Reiseziel ist geheim.

Die Hochzeit versammelte fast alle amtierenden Monarchen Europas - und sie wurde zum Spitzentreffen der künftigen Herrschergeneration. Insgesamt 25 Häuser waren vertreten. Zu den prominentesten Gästen zählten: aus Norwegen König Harald und Königin Sonja sowie Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit; aus Schweden Königin Silvia mit Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel; aus Dänemark Königin Margrethe und Prinzgemahl Henrik sowie Kronprinz Frederik mit Prinzessin Mary; aus den Niederlanden Königin Beatrix sowie Kronprinz Willem-Alexander mit Prinzessin Máxima; aus Belgien König Albert und Königin Paola sowie Kronprinz Philippe und Prinzessin Mathilde, aus Spanien Kronprinz Felipe mit Prinzessin Letizia. Aus Marokko kam Prinzessin Lalla Salma, aus Japan Kronprinz Naruhito und aus Hannover Prinzessin Caroline. Nur einen Wermutstropfen gab es: Enttäuschung darüber, dass Prinz Charles und Camilla sowie Prinz William und Kate aus London nicht unter den Gästen waren. Dafür schickte das britische Königshaus als Vertretung Prinz Edward, den jüngsten Sohn von Elizabeth II., und Prinzessin Sophie von Wessex, denn die Queen reist nur zur Vermählung von Königlichen Hoheiten an, und Prinz Harry ist in Afghanistan.

Fotos zur Hochzeit www.abendblatt.de/luxemburg

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