Schwedisches Möbelhaus in der Kritik

Ikea retuschiert Frauen aus saudiarabischem Katalog

Die schwedische Möbelkette Ikea hat Frauen vollständig aus der saudiarabischen Ausgabe seines Katalogs entfernt und steht in der Kritik.

Stockholm. Der schwedische Möbelkonzern Ikea steht nach der vollständigen Entfernung von Frauen aus der saudiarabischen Ausgabe seines Katalogs in der Kritik. Bei einem Vergleich der Ikea-Kataloge in Saudi-Arabien und Schweden stellte die schwedische Zeitung „Metro“ fest, dass in ansonsten identischen Fotos Frauen in der saudiarabischen Ausgabe wegretuschiert waren. Nach heftiger Kritik an dem Schritt äußerte der Möbelkonzern am Montag sein Bedauern.

„Wir hätten reagieren und verstehen sollen, dass der Ausschluss von Frauen aus der saudiarabischen Version des Katalogs in Konflikt mit den Werten der Ikea-Gruppe steht“, hieß es in einer Erklärung des Möbelkonzerns.

Die saudiarabische Ausgabe des Ikea-Katalogs entscheidet sich von anderen Versionen des Katalogs nur darin, dass sämtliche Frauen fehlen. So fehlt in einem Bild, auf dem ein Junge beim Zähneputzen zu sehen ist, in der saudiarabischen Ausgabe die in einen Schlafanzug gekleidete Frau, die neben ihm steht. Ein anderes Bild, auf dem fünf Frauen beim Essen zu sehen sind, fehlt im saudiarabischen Katalog ganz.

Die Retusche führte im Heimatland von Ikea zu einem Sturm der Entrüstung. Schwedische Frauenrechtlerinnen kritisierten das Möbelhaus, Handelsministerin Ewa Björling sagte dem Blatt, Frauen könnten nicht aus der Gesellschaft retuschiert werden.

In Saudi-Arabien kommen Frauen in der Werbung nur selten vor. Saudiarabische Fernsehsender zeigen Frauen häufig in langärmeligen Kleidern und mit Kopftüchern. In importierten Zeitschriften führt die saudiarabische Zensur dazu, dass viele Teile eines Frauenkörpers ausgeblendet werden, darunter die Arme, Beine und die Brust.