Gewitter und Starkregen

Ein Toter und zwei Großbrände nach Unwetter in Bayern

| Lesedauer: 2 Minuten
Hanna Jochum

In München wurden mehrere Unterführungen, Straßen und Keller überflutet. Ein Blitz schlug in eine Scheune ein und verursachte einen Großbrand.

Treffelstein/Regensburg/München. Unwetter haben in der Nacht auf Freitag in Bayern teils schwere Schäden angerichtet. Ein Mann starb bei einem Autounfall im schwäbischen Landkreis Günzburg, wie die Polizei mitteilte. Polizei und Feuerwehr verbuchten bayernweit mehrere hundert Einsätze. Bei zwei Großbränden in München und in der Oberpfalz entstanden Schäden in Millionenhöhe.

In Treffelstein im Landkreis Cham schlug ein Blitz in die Scheune eines Bauernhofes ein und verursachte einen Großbrand. Der Hofbesitzer, seine Ehefrau und seine beiden 14 und 15 Jahre alten Kinder erlitten leichte Rauchvergiftungen. Eine 76 Jahre alte Nachbarin wurde mit gesundheitlichen Problemen in eine Klinik gebracht. Die Scheune wurde bei dem Feuer zerstört. Der darunter liegende Kuhstall, in dem 60 Rinder untergebracht waren, ist einsturzgefährdet. Mindestens ein Tier verendete. Die Flammen zerstörten zudem eine Halle mit landwirtschaftlichen Maschinen. Mehr als 170 Feuerwehrleute und Rettungskräfte waren im Einsatz. Die Polizei schätzt den Schaden auf mindestens eine halbe Million Euro.

Bereits am Abend kam ein 41 Jahre alter Autofahrer bei einem Verkehrsunfall in Schwaben ums Leben. Der Mann geriet bei regennasser Fahrbahn zwischen Ichenhausen und Kötz im Landkreis Günzburg ins Schleudern und stieß mit einem entgegenkommenden Wagen zusammen. Dabei wurde er so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus starb. Der 34-jährige Fahrer des entgegenkommenden Fahrzeuges erlitt schwere Beinverletzungen.

Im Landkreis Straubing-Bogen in Niederbayern kam ein Lastwagen von der regennassen Fahrbahn ab und stürzte in einen Graben. Der Transporter war mit dem Gefahrgut Ethanol beladen. Die leicht entzündliche Flüssigkeit trat nach Polizeiangaben aber nicht aus. Auch der Fahrer blieb unverletzt.

In München wurden mehrere Unterführungen, Straßen und Keller überflutet. Die Feuerwehr rückte bis zum Morgen 160 Mal aus. Im Stadtteil Bogenhausen geriet der Dachstuhl eines Wohn- und Geschäftshauses in Brand. Rund 100 Einsatzkräfte brachten 20 Bewohner der umliegenden Häuser in Sicherheit. Der Schaden wird auf mindestens eine Million Euro geschätzt. Im Brudermühltunnel wurde durch die Wassermassen ein Gullideckel angehoben. Laut Polizei kam es dort zu mehreren Unfällen, weil Autos gegen den Deckel prallten.

Zuvor hatte das Gewitter bereits in Regensburg und dem gleichnamigen Landkreis für Probleme gesorgt: Im Westen der Stadt Regensburg fiel in mehreren Straßen die Beleuchtung aus. Auf der Autobahn 3 stürzten zwischen den Anschlussstellen Rosenhof und Regensburg-Ost zwei Bäume auf die Fahrbahn. Der Verkehr staute, wobei es zu einem Auffahrunfall kam. Verletzt wurde niemand. Auf der Höhe Neutraubling wurde die Fahrbahn kurzzeitig überflutet.