Platz ist im kleinsten Ei

Peking. Der griechische Philosoph Diogenes lebte bekanntlich in einer Tonne. Ein Chinese hat nun ein ähnlich karges Domizil für sich entwickelt. Da der Wohnraum in Peking immer knapper wird und die Mietpreise immer mehr steigen, hat der Designer Daihai Fei eine ganz einfache Lösung für dieses Problem gefunden. Für umgerechnet 730 Euro hat er sich sein eigenes, kleines, mobiles "Egg-house", inspiriert vom Projekt "egg of the city" der Firma Standard Architecture, gebaut. Das größtenteils aus Bambusstäben bestehende Eigenheim bietet Platz für ein Bett, ein Waschbecken und ein kleines Bücherregal.

Fei wäscht sich in öffentlichen Einrichtungen, isst in Restaurants und trinkt seinen Kaffee gern in nahe gelegenen Cafés. So spart er Geld und vor allem Zeit, denn sein Arbeitsplatz und die Bushaltestelle befinden sich direkt vor der Tür. Daihai Fei empfindet dieses Leben als pure Freiheit inmitten der überfüllten Stadt. Um dem "Egg-house" neben eigener Solarenergie auch noch einen urbanen Anstrich zu verleihen, bedeckte Fei das Dach mit kleinen Säcken, die mit Sägemehl und Grassamen gefüllt sind. Bei regelmäßigem Gießen sprießen nach einiger Zeit die grünen Halme. Ein seltener Anblick in den Straßen von Peking.