Japans Dancing Queen

Das Robotermädchen "HRP-4C" zeigte auf einer Messe in Tokio, dass es mit echten Tänzerinnen durchaus mithalten kann

Tokio. Schon seit den 60er-Jahren ist er begeisterten Discogängern dieser Welt ein Begriff: der sogenannte Roboter-Tanz. Geübte Tänzer beeindrucken mit ihren messerscharfen und doch fließenden Bewegungen, Laien sehen dabei meist aus wie Marionetten unter Strom, die den Menschen am Rande der Tanzfläche mit den unkoordinierten Armbewegungen noch das Glas aus der Hand schlagen. Das kann dieser jungen Dame mit dem kryptischen Namen "HRP-4C" nicht passieren, denn wer könnte den Roboter besser tanzen als ein - Roboter.

Das 1,58 Meter große Robotermädchen wurde von Japans National Institute of Advanced Industrial Science and Technology (AIST) entwickelt und durfte in diesem Jahr das erste Mal öffentlich und in menschlicher Begleitung auftreten. Da der weibliche Humanoide sich nicht nur grazil bewegen und menschliche Gesten nachahmen kann, sondern von seinen Erschaffern auch noch ein gewisses Gesangstalent mit auf den Weg bekam, trat "HRP-4C" als Chefin einer Gesangsgruppe auf. Bei der Digital Content Expo in der japanischen Hauptstadt Tokio begeisterte sie so das überwiegend männliche Publikum.

Ursprünglich war sie aber eigentlich als Model geschaffen worden. Mit einem Gewicht von 43 Kilogramm war sie den japanischen Modemachern allerdings doch etwas zu durchschnittlich - im Gegensatz zu dem Preis von fast 1,6 Millionen Euro. Nun versucht sie sich also als Dancing Queen. Ob's hilft, muss sich noch herausstellen.