Polizeigewerkschaft gegen Verschärfung des Waffenrechts

Berlin. Hätte ein schärferes Waffenrecht Amoklauf von Lörrach verhindern können? Die Hinterbliebenen des Amoklaufs von Winnenden finden ja und forderten eine erneute Verschärfung. "Man muss die Waffen aus den Privathaushalten verbannen", sagt Hardy Schober, Mitbegründer des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden. "Die Amokläuferin in Lörrach war eine Sportschützin und aus dem Schützenverein ausgetreten. Warum musste sie die Waffen nicht abgeben? Zumal sie psychisch labil war." Die Initiative "Keine Mordwaffen als Sportwaffen!" bekräftigte ihre Forderung nach einem Totalverbot tödlicher Sportwaffen.

Die Polizei und der Deutsche Schützenbund lehnten eine abermalige Waffenrechts-Verschärfung indes ab. "Wir müssen erst mal die Novellierung, die wir nach Winnenden haben, in die Praxis umsetzen", sagte der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft. Schützenbund-Sprecher Birger Tiemann sagte, bereits das geltende Recht hätte den Amoklauf verhindern können, da die 1996 aus dem Schützenverein ausgetretene Täterin nach heutigem Gesetz nicht einfach ihre Waffe hätte behalten können. Auch Fraktionschefin der FDP, Birgit Homburger, ist dagegen.