Mensch und Maschine sprechen künftig ROILA miteinander

Hamburg. Roboter, die den Müll raustragen und den Tisch abdecken, sind nicht neu, aber wie verständigen wir uns in Zukunft mit den kleinen Helfern? Geht man nach Christoph Bartneck, Professor für Industriedesign an der Technischen Universität Eindhoven, könnte bald in den Bedienungsanweisungen stehen: "Bitte Befehle in ROILA erteilen." Barteck entwirft eine Sprache für Menschen, damit Maschinen uns verstehen können. Robotern fällt es schwer, Anweisungen in einer natürlichen Sprache zu erfassen, denn diese sind oft zu mehrdeutig.

Die Robot Interaction Language (ROILA) könnte damit Schluss machen. "Die Kunstsprache ist für Androiden leichter zu verstehen, weil kein Wort klingt wie das andere", sagte Bartneck der Zeitschrift "Geo". "Die Sprache hat die einfachstmögliche Grammatik: Sie kennt keine Ausnahmen, braucht keine Artikel, keine Fälle und keinen Plural." Zum Beispiel entspricht "Pito loki wikute" (ich mögen Frucht) dem deutschen Satz "Ich mag diese Frucht".

Anfangs klingt das ziemlich befremdlich für unsere Ohren. "Aber ROILA ist auch leicht für Menschen zu erlernen", versichert Bartneck. Die simple Grammatik und die verwendeten Laute seien in allen Ethniensprachen geläufig. Bislang aber beherrschen nur vier Personen die Kunstsprache. Spannend könnte ein Experiment im kommenden Jahr werden, wenn 20 Kinder der internationalen Schule in Eindhoven die Sprache erlernen, um ihre Lego-Roboter zu steuern.