Saudischer Arbeitgeber foltert Angestellte mit Nägeln

Colombo. Es mutet an wie ein Folterbericht aus dem tiefsten Mittelalter: In Saudi-Arabien hat ein Arbeitgeber seiner srilankischen Angestellten, 23, erhitzte Nägel in Arme, Beine und die Stirn getrieben - weil sie es gewagt hatte, sich über zu große Arbeitsbelastung zu beklagen. Der brutale Akt wird inzwischen auf höchster politischer Ebene behandelt. Die Regierung von Sri Lanka hat das arabische Königreich um einen ausführlichen Bericht gebeten; auch der saudische Botschafter in Sri Lanka wurde mit dem Fall befasst, wie der US-Sender CNN berichtete.

Die 49 Jahre alte Hausangestellte L. P. Aryawathie, eine dreifache Mutter, war Ende März aus Sri Lanka nach Saudi-Arabien gekommen, um dort zu arbeiten. Sie fand Anstellung in einem Haushalt in der saudischen Hauptstadt Riad. Als ihr die Arbeit zu viel wurde, sprach sie den Hausherrn an. Dieser ließ Aryawathie daraufhin von seiner Frau festhalten und hämmerte ihr als Bestrafung für die Unbotmäßigkeit 23 Nägel und eine Nadel ins Fleisch. Die Frau wurde nach Sri Lanka ausgeflogen und sollte dort am Freitag operiert werden. "Glücklicherweise ist kein Organ betroffen, aber Nerven und Blutgefäße", sagte der Chirurg Dr. Prabath Gajadeera vom Base Hospital in Colombo.

Die srilankische Agentur für Gastarbeiter hat die örtliche Job-Vermittlung in Riad geschlossen und will Aryawathie bei einer Klage unterstützen. In Saudi-Arabien arbeiten mehrere Millionen Gastarbeiter vor allem aus dem asiatischen Raum.