Ein Biest ist sie nur im Film

Elisa Heusch spielt als einziges Mädchen in "Der kleine Nick" mit. Sie hat deutsche Wurzeln

Paris. Generationen von Kindern sind mit dem Lausbuben "Der kleine Nick" groß geworden. Heute kommt der Kinderbuchklassiker, dessen ersten Band René Goscinny (1926-1977) und Jean-Jacques Sempé, 77, im Jahr 1959 verfassten, als Film in die deutschen Kinos. In Frankreich feierte er schon Erfolge und sorgte dafür, dass alle Welt auf ein Mädchen blickt, das die einzige weibliche Rolle spielt und das Herz des kleinen Nick erobert. Im Film heißt es Marie-Hedwig Kortschild, doch in Wirklichkeit ist sein Name Elisa Heusch. Die Elfjährige mit den blauen Augen hat deutsche Wurzeln.

"Der kleine Nick" hat ihr Leben verändert: "Meine Freunde erzählten mir wochenlang, dass sie mich im Kino gesehen haben. Auf der Straße wurde ich plötzlich erkannt und um ein Autogramm gebeten. Erst war mir das peinlich, dann hat es mich gefreut." Elisa, Tochter des deutschen Journalisten Peter Heusch, 51, aus Aachen und einer Französin, stieg der Erfolg aber nicht zu Kopf. "Ich habe davon erzählt, mich aber nicht in den Vordergrund gespielt", sagt sie ganz nüchtern. Wer das zarte Mädchen sieht, würde auf den ersten Blick nicht auf den Gedanken kommen, wie zielstrebig Elisa ist. "Sie hat einen starken Charakter", sagt der Vater. Elisa hat es sich in den Kopf gesetzt, später einmal Schauspielerin zu werden. Sie träumt davon, in humoristischen Filmen zu spielen, bewundert Hollywood-Star Sandra Bullock, 46: "Ich liebe das Rollenspiel, mal brav, mal frech zu sein." Im wirklichen Leben ist sie eher brav. "Streiche mache ich nicht und ich höre auch auf meine Eltern. Eine Freundin hat neulich zu mir gesagt: 'Du musst im Leben rebellisch sein.' Aber so ein kleines Biest wie im Film bin ich einfach nicht." Nur ab und zu schmollt sie mal, gibt Elisa zu. Der Teenager geht zum Gymnasium, kommt nächste Woche in die 6. Klasse und ist trotz des zeitaufwendigen Hobbys eine gute Schülerin. Denn nur wenn es in der Schule keine Probleme gibt, erlaubt der Rektor, dass Elisa ab und zu für Dreharbeiten den Unterricht verpasst.

Ihre ersten Schritte vor der Kamera machte Elisa schon mit sechs Jahren. Damals machte sie Werbefotos und kleine Werbefilme fürs Fernsehen. Seitdem ist für sie klar, dass sie eine große Schauspielerin werden will. Es folgten Rollen für das Fernsehen. Sie spielte unter anderem 2007 in dem Flüchtlingsdrama "Maman est folle" (Mama ist verrückt) mit, das beim nationalen Fernsehfilmfestival von La Rochelle zum besten Fernsehfilm des Jahres gekürt wurde. Sie war auch im Jahr 2007 in dem Kurzfilm "La deuxième vie du sucrier" (Das zweite Leben des Zuckerstreuers) als blindes Mädchen zu sehen, der bei dem Kurzfilmfestival in Los Angeles 2008 den Preis für den besten ausländischen Beitrag bekam.

In diesem Frühjahr stand sie in "Das Puppenhaus" von Henrik Ibsen in Paris auf der Theaterbühne. Für sie war es das Theaterdebüt, ebenso für eine andere Schauspielerin: Filmstar Audrey Tautou, 33. Elisa: "Das hat Spaß gemacht, sie war sehr nett zu uns."