US-Gericht hebt Obamas Öl-Bohrstopp auf

Washington. Im Golf von Mexiko darf vorerst auch weit vor der Küste wieder nach Öl gebohrt werden. Ein Bundesrichter in New Orleans (US-Staat Louisiana) erließ gestern eine einstweilige Verfügung gegen den von US-Präsident Barack Obama verfügten sechsmonatigen Stopp von Tiefsee-Bohrungen. Das Gericht gab damit einem Antrag von 32 Ölkonzernen statt, die massive Einbußen durch das im vergangenen Monat verhängte Moratorium befürchten. Obamas Sprecher Robert Gibbs kündigte an, dass die US-Regierung die Entscheidung des Gerichts umgehend anfechten wird.

Obama hatte den Bohrstopp angeordnet, nachdem die BP-Ölplattform "Deepwater Horizon" am 20. April im Golf von Mexiko explodiert und zwei Tage später gesunken war. Seitdem sprudeln täglich Millionen Liter Rohöl aus dem lecken Bohrloch ins Meer, verschmutzen die Küsten und bedrohen einzigartige Ökosysteme. Als Folge der Ölpest fiel die BP-Aktie gestern auf den tiefsten Stand seit 13 Jahren.