Zoodirektor im Prozess um getötete Tigerbabys verwarnt

Magdeburg. Rund zwei Jahre nach der Tötung von drei Tigerbabys sind der Direktor des Magdeburger Zoos, Kai Perret, und drei seiner Mitarbeiter vor Gericht verwarnt worden. Das Amtsgericht Magdeburg sprach Perret, einen Tierarzt, einen Bereichsleiter und einen Tieroberinspektor des gemeinschaftlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz schuldig. Zudem müssen sie zwischen 300 und 600 Euro an gemeinnützige Organisationen zahlen. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin droht den Angeklagten eine Geldstrafe, wenn sie gegen die Auflagen verstoßen oder eine weitere Straftat begehen. Die Angeklagten kündigten Berufung gegen das Urteil an.

Die Tigerbabys waren 2008 nach ihrer Geburt getötet worden, nachdem sich herausgestellt hatte, dass sie nicht reinrassig waren. Der Vater der drei war demnach im Gegensatz zur Mutter kein reinrassiger sibirischer Tiger. Nach Ansicht des Zoos passten die Tigerbabys deshalb nicht in das internationale Zuchtprogramm. Eine Tierschutzorganisation hatte daraufhin Anzeige wegen "Tötung eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund" erstattet.