Naturkatastrophe

Panik nach schweren Nachbeben in Chile

Concepción. Die chilenische Erdbebenregion ist am Freitag von sieben Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 6,6 erschüttert worden. Das Epizentrum lag in der Stadt Concepción, die bei dem schweren Beben der Stärke 8,8 am vergangenen Sonnabend besonders schwer zerstört worden war. Bewohner liefen erneut in Panik auf die Straßen. Augenzeugen berichteten, bereits beschädigte Gebäude in der Stadt seien nun vollständig eingestürzt. Ob es weitere Todesopfer gegeben hat, ist nicht bekannt.

Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon besuchte am Freitag das Katastrophengebiet, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Die scheidende Präsidentin Michelle Bachelet bat ihre Landsleute unterdessen um Geduld. Chile werde "wieder aufstehen" - aber nicht so schnell, wie manche hofften, sagte sie im Radio. "Es wird mindestens drei Jahre dauern."

Unverhoffte Freiheit hat die Katastrophe rund 100 Häftlingen beschert. Gefängnisdirektor Enrique Fritz aus Constitución gestand, angesichts der drohenden Flutwellen habe er kurz nach dem Beben 103 Insassen freigelassen. "Wir liegen nah am Meer, und ich konnte sie nicht einfach dort eingesperrt sterben lassen", sagte er. 70 der Häftlinge seien inzwischen wieder aufgegriffen worden.

Unklar ist noch, wie viele Menschen bei dem Beben ums Leben kamen. Offenbar sind 271 Vermisste irrtümlich auf der Totenliste gelandet. Nach dieser Korrektur liegt die Zahl der gemeldeten Opfer bei 531.

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