Vor Gericht

Jackson-Arzt plädiert auf "nicht schuldig"

Los Angeles. Mehr als ein halbes Jahr nach dem Tod von Michael Jackson (gest. 50) ist sein ehemaliger Leibarzt Conrad Murray (54) von der Staatsanwaltschaft Los Angeles gestern wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Der Mediziner habe Jackson getötet, zwar ohne Vorsatz, aber auch "ohne die nötige Vorsicht und Umsicht" gehandelt, heißt es in der Anklageschrift.

Bei einer Verurteilung drohen Murray bis zu vier Jahre Gefängnis. Der Kardiologe, der gegen 13.30 Uhr (22.30 Uhr MEZ) ohne Handschellen den voll besetzten Gerichtssaal betrat - unter den Zuschauern saßen "Jackos" Eltern, Joe und Katherine Jackson, sowie mehrere Geschwister -, plädierte auf "nicht schuldig".

Der Arzt steht seit Monaten im Mittelpunkt der Ermittlungen, nachdem Rechtsmediziner den überraschenden Tod Jacksons am 25. Juni 2009 auf eine Medikamenten-Überdosis zurückgeführt hatten. Der Kardiologe gestand, dem "King of Pop", der sich auf seine Comeback-Konzerte in London vorbereitete, das Narkosemittel Propofol (laut Obduktion eine "tödliche Dosis") und das Beruhigungsmittel Lorazepam als Einschlafhilfe verabreicht zu haben. Nichts von dem, was er dem Popstar gegeben habe, hätte ihn töten dürfen, erklärte der Arzt. Der Mediziner hatte für die mit 150 000 Dollar (110 000 Euro) dotierte Stelle bei Jackson seine kardiologischen Praxen in Houston und Las Vegas geschlossen, um sich ganz auf die Betreuung Jacksons zu konzentrieren und ihn auf Reisen begleiten zu können.