Pelze: Farmen in Dänemark gerügt

Nerze mit lahmen Beinen und Bisswunden

Kopenhagen. Pelzfarmen sind in Dänemark ins Gerede gekommen. Grund sind Fotos und Videoaufzeichnungen, die Tierfreunde veröffentlicht haben. Sie dokumentieren das unfassbare Ausmaß der Leiden der Zuchttiere. Nun hat das Veterinäramt unangemeldet 76 Betriebe besucht. Das Ergebnis war erschütternd.

In neun von zehn der besuchten Pelzfarmen waren die Zustände unhaltbar. Sie bekamen strikte Anweisungen, die Missstände sofort aufzuheben. Jan Mousing, Leiter des Veterinäramts, ist entsetzt, aber auch verwundert. "Die Züchter wussten doch, dass ihre Tierhaltung zur Zeit in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert wird. Trotzdem fanden wir so viele Missstände. Ich hatte wirklich gehofft, dass es besser mit den Nerzen aussieht."

Nach der TV-Dokumentation, die im Oktober ausgestrahlt worden war, wurden 40 Pelzzüchter wegen Tiermisshandlung bei der Polizei angezeigt. Der Film zeigt Nerze mit offenen Wunden, Tiere, die mit ihren Krallen in den Gittern des Käfigs hängen geblieben sind und sie sich dann abgerissen haben. Da gibt es Exemplare mit lahmen Beinen und Bisswunden von Artgenossen. Manchmal leben bis zu zehn Tiere in einem Käfig, der nur für drei Tiere berechnet ist. Oft sind die Nerze schwer krank, werden aber nicht tierärztlich behandelt, weil das kostbare Fell unter der Krankheit nicht leidet. In den schlimmsten Fällen liegen Nerz-Kadaver in den Käfigen - Seite an Seite mit ihren gestressten Artgenossen. Trotzdem wiesen die dänischen Pelzzüchter bis jetzt konsequent alle Anschuldigungen als Einzelfälle zurück.

( (raag) )