Aus Rache für Mohammed-Karikaturen

US-Bürger und Pakistaner planten Anschlag auf dänische Zeitung

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Wegen geplanter Anschläge auf die dänische Zeitung „Jyllands-Posten" müssen sich zwei Männer in den USA vor Gericht verantworten.

Washington. Wegen geplanter Anschläge auf Mitarbeiter und Einrichtungen der dänischen Zeitung „Jyllands-Posten“ müssen sich ein US-Bürger und ein gebürtiger Pakistaner in den USA vor Gericht verantworten. In Chicago wurde am Dienstag Anklage wegen Verschwörung zu einem Terroranschlag gegen die beiden Männer erhoben. Das in Kopenhagen herausgegebene Blatt hatte 2005 mit der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der muslimischen Welt große Empörung und gewalttätige Ausschreitungen ausgelöst.

Nach Angaben des US-Justizministeriums ist der Hauptangeklagte David Coleman Headley, ein amerikanischer Staatsbürger. Er wurde am 3. Oktober 2009 festgenommen, als er von Chicago aus nach Pakistan fliegen wollte. Der 49-Jährige soll sich nun hauptsächlich wegen Verschwörung zu Terroranschlägen mit der Absicht verantworten, Menschen im Ausland zu töten.

Zweiter Angeklagter ist Tahawwur Hussain Rana, ein gebürtiger Pakistaner und kanadischer Staatsbürger. Ihm – und zusätzlich auch Headley – wird Beihilfe zu einem ausländischen Terrorkomplott angelastet. Rana sitzt seit dem 18. Oktober in amerikanischer Untersuchungshaft.

Headley soll laut Anklageschrift von Ende 2008 bis zu seiner Festnahme potenzielle Terrorziele in Dänemark ausgesucht und sie bei zwei Reisen auch ausgespäht haben. Dann habe er Mitverschwörern in Pakistan Bericht erstattet. Der Anschlagsplan gegen die Zeitung hatte den Codenamen „Mickey Mouse Project“, heißt es in den Dokumenten weiter. In einem Fall soll Headley in einer Botschaft an eine Internet-Diskussionsrunde geschrieben haben, er fühle sich „zur Gewalt gegen die beleidigenden Parteien“ aufgelegt. Er bezog sich dem Ministerium zufolge damit auf die Karikaturisten und andere, die sich über den Islam „lustig gemacht“ hätten.

Headley soll auch zahlreiche Reisen in andere europäische Länder unternommen und wiederholt nach Pakistan geflogen sein. Rana wird im wesentlichen angelastet, diese Unternehmungen finanziert zu haben. (dpa)