Passagiere aus 32 Nationen an Bord

Erst nach und nach wird klar, wer sich in dem Flugzeug befand, welche menschlichen Tragödien die Flugzeugkatastrophe offenbart.

Paris. Erst nach und nach wird bekannt, wer sich in dem Flugzeug befand. So war eine 26 Jahre alte irische Ärztin an Bord , die mit Studienfreunden im Urlaub war; eine türkische Harfenspielerin, die ein Konzert in Brasilien gegeben hatte und eine junge Spanierin, die von ihrer Hochzeitsreise zurückkam. Neun Franzosen hatten die Reise nach Brasilien von ihrer Firma geschenkt bekommen.

Die zwischen 25 und 35 Jahren alten Vertriebsleute hätten die viertägige Reise nach Rio de Janeiro als Belohnung für ihre gute Arbeit erhalten, sagte der Chef der französischen Elektrikfirma CGED, Laurent Bouveresse, am Dienstag. Jeder von ihnen habe jemanden mitnehmen dürfen, und auch der Vertriebsleiter für die Region Südwest sei mitgeflogen. Insgesamt befanden sich damit zehn Mitarbeiter und neun Angehörige an Bord der Unglücksmaschine, die seit der Nacht zum Montag über dem Atlantik verschollen ist. „Ich habe es am Montagvormittag erfahren“, sagte Firmenchef Bouveresse. „Es war mehr als ein Schock, das kann man nicht beschreiben.“

Insgesamt waren Passagiere aus 32 Ländern an Bord der Air-France-Maschine. Laut Passagierliste besitzen die Fluggäste folgende Nationalitäten: 58 Brasilianer, 61 Franzosen, 26 Deutsche, neun Chinesen, neun Italiener, sechs Schweizer, fünf Briten, fünf Libanesen, vier Ungarn, drei Iren, drei Slowaken, drei Norweger, zwei Spanier, zwei Marokkaner, zwei US-Amerikaner und zwei Polen. Zudem kommen je ein Passagier aus Südafrika, Argentinien, Österreich, Belgien, Kanada, Kroatien, Dänemark, Estland, Gambia, Island, den

Niederlanden, den Philippinen, Rumänien, Schweden, der Türkei und Russland. Von den zwölf Besatzungsmitgliedern kommen elf aus Frankreich und eines aus Brasilien.

Das französische Fernsehen hat am Dienstag nach der Flugzeugkatastrophe umgehend Konsequenzen gezogen: Der für diese Woche geplante Start der amerikanischen TV-Serie "Fringe" wurde vor dem Hintergrund abgesetzt, dass die erste Folge von einem Flugzeugabsturz handelt, bei dem alle Insassen sterben. Absturzursache: ein Blitzschlag.

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