Unfall: Güterzug kollidiert frontal mit vollbesetzter Vorstadtbahn

Schweres Zugunglück bei Los Angeles

Los Angeles. Ein Zugunglück in der Nähe von Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) hat mindestens 17 Menschen in den Tod gerissen. Zunächst hatte es geheißen, zehn Menschen seien dabei getötet worden. Wie die "Los Angeles Times" in ihrer Online-Ausgabe weiter berichtete, wurden mehr als 135 Zugreisende verletzt, als ein Vorortzug bei Chatsworth im San Fernando Valley aus noch ungeklärter Ursache mit einem Güterzug kollidierte. Die Betreibergesellschaft Metrolink konnte sich ersten Angaben zufolge nicht erklären, warum die Warnsysteme die verheerende Kollision nicht verhinderten.

Der mit vermutlich 225 Fahrgästen besetzte Vorortzug war um 16.23 Uhr Ortszeit mit dem Güterzug zusammengestoßen. Dabei verkeilte sich die Lok des Güterzuges in die Metrolink-Bahn. Beide Züge entgleisten, einer der drei Doppelstock-Waggons des Pendlerzuges stürzte um. Feuer brach aus, konnte aber nach kurzer Zeit gelöscht werden.

"Wir wissen nicht, wie viele Menschen noch unter den Trümmern verschüttet sind. Wir wissen nicht, wie es ihnen geht. Dort liegen noch Menschen, tot und lebendig", sagte der Bürgermeister von Los Angeles Antonio Villaraigosa kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Noch Stunden später lagen Verletzte, eingewickelt in dicke rote Decken auf dem kalten Gras und warteten auf Hilfe.

Das Fernsehen zeigte Bilder der Zerstörung. "Es ist das totale Chaos", zitierte die "Los Angeles Times" in der Nacht Feuerwehrchef John Virant. "Sie holen Leichen heraus, die auf den Körpern von Überlebenden liegen." In den vorderen Abteilen des Vorortzuges habe es so ausgesehen, "als ob jemand alle Sitze herausgerissen und sie dann wieder herein geschleudert hat".

Nach Angaben der Feuerwehr waren mehr als 100 Rettungskräfte im Einsatz, um Eingeschlossene aus den Trümmern zu retten. Dabei mussten sie die Außenwände eines Waggons, der sich bei dem Aufprall regelrecht um die Lokomotive des Güterzugs gewickelt hatte, aufschneiden. Rettungshubschrauber flogen Verletzte in umliegende Krankenhäuser. Dutzende Krankenwagen waren am Unglücksort. Mit einbrechender Dunkelheit leuchteten Flutlichtscheinwerfer den Unglücksort aus.

"Es ist eine sehr, sehr traurige Situation", sagte Denise Tyrell von Metrolink, dem Betreiber des Pendlerzuges, der "Los Angeles Times". Man wisse wirklich nicht, was passiert ist. "Offensichtlich sind zwei Züge zur selben Zeit am selben Ort gewesen, was sie nicht hätten sein dürfen", sagte sie.