Frieren für die Umwelt: Nackte protestieren auf Schweizer Gletscher

Mit einer spektakulären Aktion hat die Umweltorganisation Greenpeace gemeinsam mit dem US-Fotografen Spencer Tunick (40) auf die Erderwärmung aufmerksam gemacht. Fast 600 Nackte posierten unter blauem Himmel bei eher frostigen Temperaturen auf dem Aletschgletscher.

Sie wollen die Kampagne "Die Verletzlichkeit der Gletscher und die Zerbrechlichkeit des menschlichen Körpers" illustrieren. Der Schweizer Aletschgletscher ist als Weltkulturerbe eingestuft und weicht durch die Erderwärmung jährlich um 100 Meter zurück.

Wie die Schweizer Abteilung von Greenpeace erklärte, soll die Kampagne auf die schmelzenden Gletscher als "eindeutiges Zeichen globaler Erwärmung und den vom Menschen verursachten Klimawandel" hinweisen. Greenpeace und der Fotograf erhoffen sich, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und Politiker zu überzeugen, mehr gegen die Umweltverschmutzung sowie den Klimawandel zu tun. "Ich will, dass meine Bilder unter die Haut gehen. Ich möchte, dass die Betrachter der Bilder die Verletzbarkeit ihrer eigenen Existenz spüren und sie mit der Empfindlichkeit der Gletscher in Verbindung bringen", erklärte der weltberühmte US-Fotograf.

Die Männer und Frauen hatten für ihren Aufstieg Züge oder Seilbahnen benutzt, um Kohlendioxidemissionen zu vermeiden, die zur Erderwärmung beitragen. Die Bürgermeisterin des Gletscherortes Bettmeralp zeigte sich dennoch unbeeindruckt: "Es gibt keinen Grund, sich auszuziehen, ich kann Ihnen sehr hübsche Fotos des Gletschers zeigen."

Die rund 1800 Schweizer Gletscher werden als Barometer für die globale Erwärmung betrachtet, weshalb Umweltaktionen hier auf besondere Resonanz stoßen. Einem in dieser Woche von der Schweizer Regierung veröffentlichten Bericht zufolge steigen die durchschnittlichen Temperaturen hier schneller als im globalen Durchschnitt. Die Zahl zerstörerischer Überschwemmungen und Erdrutsche in den Schweizer Bergen als Folge stärkerer Regenfälle und Stürme stieg in den vergangenen Jahren stetig an.