Jazz-Pianist Andrew Hill gestorben

Der amerikanische Jazz-Pianist und Komponist Andrew Hill ist am Freitag im Alter von 75 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Das teilte seine Plattenfirma Blue Note in New York mit.

New York. Der amerikanische Jazz-Pianist und Komponist Andrew Hill ist am Freitag im Alter von 75 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Das teilte seine Plattenfirma Blue Note in New York mit. Hill, der einer der wichtigsten Musiker der Post-Bop-Bewegung war, erlag der Krankheit nach dreijährigem Kampf in Jersey City.

Noch vor 14 Monaten hatte der Weggefährte von Miles Davis und Charlie Parker das Album "Time Lines" veröffentlicht. Das musikalische Spätwerk brachte ihm eine Auszeichnung für das Album des Jahres vom Magazin "Down Beat" und als Jazz-Künstler des Jahres vom "Playboy" ein. Noch vor drei Wochen war er mit seinem Trio in der Trinity Church von Manhattan aufgetreten.

Hill trat in den 50er Jahren mit Davies und Parker auf. In der Jazz-Szene war er immer eine anerkannte Größe, vom Mainstream-Publikum wurde er dagegen übersehen. "In einer Jazz-Welt, die oft Nachahmer feiert, ragt Hill als echtes Original heraus", hieß es in der Laudatio für den dänischen Jazzpar-Preis, den er 2003 erhielt. Für sein Lebenswerk wurde er 1997 von der Jazz Foundation of America ausgezeichnet.

Die Karriere des Musikers aus Chicago begann 1952; zunächst arbeitete er mit Davis, Parker und dem Tenorsaxophonisten Coleman Hawkins. 1961 ging er nach New York und arbeitete mit der Sängerin Dinah Washington. 1963 begann er eine Zusammenarbeit mit der Plattenfirma Blue Note, deren Gründer Alfred Lion ihn einmal als "den nächsten Thelonious Monk" bezeichnete. Den größten Teil der 70er und 80er Jahre lehrte Hill aber an Schulen und Hochschulen und veröffentlichte nur gelegentlich Alben.