Tennis

Alexander Zverev verpasst Achtelfinale der Australian Open

Alexander Zverev hält seinen Tennisschläger, den er zuvor mit dem Fuß zerstört hat

Alexander Zverev hält seinen Tennisschläger, den er zuvor mit dem Fuß zerstört hat

Foto: Julian Smith / dpa

Der Hamburger muss sich in der dritten Runde der Australian Open geschlagen geben. Kerber deklassiert Scharapowa.

Melbourne. Deutschlands Tennis-Hoffnung Alexander Zverev hat sein erstes Achtelfinale bei den Australian Open verpasst. Der Weltranglisten-Vierte verlor am Samstag bei dem Grand-Slam-Turnier in Melbourne ein hart umkämpftes Duell zweier Top-Talente gegen den Südkoreaner Chung Hyeon in fünf Sätzen 7:5, 6:7 (3:7), 6:2, 3:6, 0:6.

Nach 3:22 Stunden musste sich der 20 Jahre alte Hamburger seinem ein Jahr älteren Kontrahenten geschlagen geben. Hyeon trifft im Kampf um das Viertelfinale nun am Montag auf den Serben Novak Djokovic. „Es war ein sehr hartes Match, ich habe einfach versucht, 100 Prozent zu geben, das war der Schlüssel“, sagte Hyeon nach seinem starken Auftritt in der Rod-Laver-Arena.

Marterer unterlag trotz starker Leistung

Der 21-Jährige hatte am Ende der vergangenen Saison die ATP-Finals der besten Nachwuchsspieler in Mailand gewonnen und gilt - wie auch Zverev - als eines der vielversprechendsten Talente für die Zeit nach Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic und Co. Für Zverev bleibt das Achtelfinale in Wimbledon im vergangenen Jahr damit das bislang beste Ergebnis bei einem der vier wichtigsten Turniere. Als zehnter von anfangs zehn deutschen Herren schied er in Melbourne aus.

Zuvor war auch Maximilian Marterer gescheitert. Der 22 Jahre alte Nürnberger musste sich in der dritten Runde dem Amerikaner Tennys Sandgren mit 7:5, 3:6, 5:7, 6:7 (5:7) geschlagen geben. Marterer stand in Melbourne zum ersten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier in der dritten Runde. Trotz einer kämpferisch starken Leistung unterlag er nach 2:56 Stunden.

Zverev frustriert und wütend

Zverev begann anschließend verheißungsvoll, ließ aber im Lauf des Matches immer mehr nach. Im ersten Spiel des fünften Satzes leistete er sich zwei Doppelfehler nacheinander und kassierte das Break zum 0:1. Als er mit 0:3 in Rückstand geriet, knallte er frustriert und wütend seinen Schläger auf den blauen Betonboden. Sein Gegenüber dagegen blieb ganz cool und nervenstark und machte schließlich sein erstes Grand-Slam-Achtelfinale perfekt.

Bei den Damen erreichte die Weltranglisten-Erste Simona Halep nach dem drittlängsten Match der Turniergeschichte das Achtelfinale: Die 26 Jahre alte Rumänin bezwang Lauren Davis aus den USA in 3:45 Stunden und nach der Abwehr von drei Matchbällen 4:6, 6:4, 15:13. „So ein Match habe ich noch nie gespielt“, sagte Halep. „Es war nicht leicht, aber ich habe einfach weitergespielt. Ich habe einfach daran geglaubt, dass es noch nicht vorbei ist.“ Beim Stand von 10:11, 0:40 im dritten Satz wehrte sie drei Matchbälle in Serie ab.

Kerber lässt Scharapowa keine Chance

Angelique Kerber hat unterdessen ihre Titelambitionen bei den Australian Open eindrucksvoll untermauert. Die 30 Jahre alte Kielerin ließ der schwachen Russin Maria Scharapowa im Duell der früheren Turniersiegerinnen beim 6:1, 6:3 in nur 64 Minuten keine Chance und zog hochverdient ins Achtelfinale ein. Dort trifft Kerber am Montag entweder auf Agnieszka Radwanksa (Polen) oder Hsieh Su-Wei (Taiwan).

Nach dem sportlichen Absturz im vergangenen Jahr knüpft sie wieder an ihre Erfolgssaison 2016 an, in der sie die Australian und US Open gewonnen hatte. Seit dem 1. Januar hat sie alle zwölf Matches für sich entschieden.