DFB-Pokal

Nach Spielverlegung: Droht Teutonia 05 finanzieller Schaden?

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Mirko Schneider
Präsentierten den neuen Hauptsponsor: Teutonias Vorsitzender Liborio Mazzagatti und Julia Ronzheimer-Gerstel von "28 Black".

Präsentierten den neuen Hauptsponsor: Teutonias Vorsitzender Liborio Mazzagatti und Julia Ronzheimer-Gerstel von "28 Black".

Foto: Michael Schwartz / Picture Alliance/dpa

Die Posse um den Austragungsort für die Partie gegen RB Leipzig könnte wirtschaftliche Konsequenzen haben. Vorfreude ist dennoch da.

Hamburg. Regionalligist FC Teutonia 05 wird eventuell einen finanziellen Schaden durch die Verlegung der Erstrunden-DFB-Pokal-Partie gegen Titelverteidiger RB Leipzig (Di., 20.46 Uhr, ZDF) davontragen. Unbekannte hatten eine giftige Substanz auf den Rasen des Paul-Greifzu-Stadions ins Dessau gekippt und die Austragung der Partie dort unmöglich gemacht.

Das Spiel konnte nur durch den Tausch des Heimrechts gerettet werden und findet nun in der Leipziger Red Bull Arena statt (Abendblatt berichtete). „Es ist offen, was uns der Ausfall des Spiels in Dessau kosten wird und auf welchen Kosten wir leider sitzen bleiben werden“, sagte Teutonias Vorsitzender Liborio Mazzagatti am Donnerstag auf der Pressekonferenz im Vereinsheim vor dem Spiel.

Teutonia findet neuen Hauptsponsor

Eine positive Meldung ökonomischer Natur konnte er dafür ebenfalls vermelden. Teutonia präsentierte das Energydrinkunternehmen „28 Black“ als neuen Haupt- und Trikotsponsor für die nächsten drei Jahre. Damit kommt es am Dienstag sozusagen zum Duell der Energydrinks, da RB Leipzig von Red Bull gesponsert wird.

Sportlich gaben sich die Ottenser vor der Begegnung realistisch. „Sicher wollen wir lange die Null halten und eine Überraschung schaffen. Doch martialische Sprüche stehen uns als Außenseiter wirklich nicht zu. Wir wollen uns mit Leipzig messen und nach dem Spiel werden meine Spieler wissen, wie weit weg sie von dem Fußball sind, von dem sie träumen“, sagte Teutonias Trainer David Bergner. Eine Überraschungstaktik schloss er ebenfalls aus. „Sicherlich“, so Bergner, „werden wir den Gegner nicht besinnungslos vorne hoch anrennen. Aber wir wollen auch nicht nur den Bus vor dem eigenen Sechzehner parken.“

Interessant: Bergner trainierte einst selbst RB Leipzig II. In der Saison 2010/11 als Cheftrainer, in der Spielzeit 2011/12 als Co-Trainer. Solidarität erfuhren die Teutonen übrigens von RB Leipzigs Trainer Domenico Tedesco, der sich am Donnerstag zum Giftanschlag in Dessau äußerte. „Ich finde es sehr schade für Ottensen selbst. Es ist ein Amateurverein, der sich so ein Spiel erarbeitet hat. Man schadet diesem Verein extrem“, erklärte Tedesco.

DFB-Pokal: Beide Trainer kennen sich gut

Die beiden Trainer wiederum kennen sich ebenfalls gut. Sie schafften in den Jahren 2015 und 2016 gemeinsam ihre Trainerlizenzen. An dem damaligen Lehrgang nahm auch der heutige Bayerntrainer Julian Nagelsmann teil. „Domenico ist ein fachlich überragender und sehr fleißiger Trainer und ein äußerst liebenswürdiger Mensch“, sagte Bergner. Verzichten muss er in Leipzig übrigens definitiv auf Kapitän und Führungsspieler Marcus Coffie. Der Innenverteidiger zog sich beim 1:0-Sieg bei Phönix Lübeck in der Regionalliga Nord einen Bruch des linken Schienbeinkopfes zu.