Erster Sieg seit drei Monaten

Endlich gewinnen die Handball-Luchse wieder

| Lesedauer: 5 Minuten
Markus Steinbrück
Groß war die Freude bei den Spielerinnen der Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten nach dem fünften Saisonsieg in der 1. Bundesliga. Rechts oben auf der Latte strahlt Fatos Kücükyildiz.

Groß war die Freude bei den Spielerinnen der Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten nach dem fünften Saisonsieg in der 1. Bundesliga. Rechts oben auf der Latte strahlt Fatos Kücükyildiz.

Foto: Markus Steinbrück / HA

Starke Leistung beim 31:19 gegen die Kurpfalz Bären macht dem Bundesliga-Aufsteiger Mut für den Saisonendspurt.

Buchholz.  Endlich, endlich, endlich! Nach mehr als drei Monaten haben die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten wieder einen Sieg in der 1. Frauen-Bundesliga errungen. Gegen die Kurpfalz Bären aus Ketsch – das Schlusslicht steht als Absteiger fest – gelang dem Aufsteiger ein souveräner 31:19 (16:10)-Heimsieg in der Nordheidehalle. Die erhoffte tabellarische Verbesserung auf den Relegationsplatz blieb Buchholz-Rosengarten allerdings verwehrt, weil sich der Kooperationspartner Buxtehude eine 27:28-Heimniederlage gegen Göppingen leistete. Anderthalb Stunden vor ihrem Spiel erfuhren die Luchse-Spielerinnen vom Erfolg des direkten Konkurrenten Göppingen. „Ihr könnt Euch vorstellen, wie die Stimmung in der Kabine war“, sagte Co-Trainer Matthias Steinkamp in der Pressekonferenz.

Spielerinnen setzen 90 Prozent der Trainer-Vorgaben um

So blieb den Luchsen nichts anderes übrig, als sich auf das eigene Spiel zu fokussieren und den Pflichtsieg einzufahren. Das gelang in souveräner Art und Weise. „Die Spielerinnen haben 90 Prozent unserer Vorgaben umgesetzt – mindestens. Höchstens die erste und zweite Welle hätten sie noch etwas konsequenter spielen können“, sagte Trainer Dubravko Prelcec. „Wir haben heute eine gute Leistung gebracht und uns zwei Punkte erkämpft. Ich bin sehr zufrieden.“ Die Gastgeberinnen hatten sich akribisch auf die unbequeme Spielweise der Gäste aus der Nähe von Mannheim und Heidelberg vorbereitet. Ketsch agierte über weite Strecken mit einer sehr offensiven 3-2-1-Deckung und ersetzte im Angriff häufig die Torhüterin durch die siebte Feldspielerin.

Der Luchse-Rückraum wurde früh attackiert und bekam den Ball nur mit Mühe in Bewegung, manchmal wurde die sich lösenden Kreisläuferin Evelyn Schulz bis auf zwölf Meter verfolgt. „Wir hatten viel Bewegung ohne Ball gefordert. Die Mädels sollten viele Übergänge und viele Kreuzbewegungen spielen“, sagte Co-Trainer Steinkamp. Das gelang gut, von Anfang an lagen die Gastgeberinnen in Führung.

Starke Minuten unmittelbar vor und nach der Pause

Auch als nach 20 Minuten (9:6) Evelyn Schulz bereits die zweite Zeitstrafe kassierte, kam kein Bruch ins Spiel. Fortan wurde sie in der Abwehr von der starken Natalie Axmann ersetzt. Augenfällig auch die gute Stimmung in der Truppe, die Luchse-Spielerinnen feuerten sich gegenseitig, wollten unbedingt gewinnen. Eine Vorentscheidung fiel unmittelbar vor dem Pausenpfiff, als Kim Berndt per Siebenmeter, Alexia Hauf mit einem 30-Meter-Wurf ins leere Tor und Marleen Kadenbach mit einem verwandelten Siebenmeter nach Foul an Fatos Kücükyildiz auf 16:10 stellten. Nach dem Seitenwechsel bogen die Handball-Luchse endgültig auf die Siegerstraße ein, mit einem 5:1-Lauf innerhalb von fünf Minuten zogen sie auf 21:11 (35.) davon.

Auch die Buchholzer Torhüterin Zoe Ludwig erzielt ein Tor

Und sie boten den Fans vor dem heimischen Laptop auch Spektakel: Kim Berndt spielte im Liegen den Pass an den Kreis zu Evelyn Schulz (17:10), Torhüterin Zoe Ludwig traf mit einem Wurf über das gesamte Feld ins leere Tor (19:11) und Kücükyildiz schloss einen erweiterten Gegenstoß mit all ihrem Willen zum 20:11 ab. Da war es verzeihbar, dass die Luchse Probleme mit dem Rückwechsel der Torhüterin hatten, als sie in Unterzahl die sechste Feldspielerin brachten, und drei Gegentreffer ins verwaiste Tor kassierten. Immerhin wussten sich auch die zweite Keeperin Ariela Witthöft mit einem parierten Siebenmeter und Louise Cronstedt mit drei blitzsauberen Rückraumkrachern in den letzten Minuten in Szene zu setzen. Das 30. Tor war Alexia Hauf vorbehalten.

„Wir haben nie wirklich ins Spiel gefunden und hatten keine Chance. Die Luchse sind gut mit dem Druck umgegangen“, sagte Trainer Adrian Fuladdjusch (Kurpfalz Bären). Er wird zur neuen Saison zum Buxtehuder SV wechseln und dort das Juniorenteam und die weibliche A-Jugend trainieren. Deutlich zufriedener die Gemütslage beim Trainerteam aus Buchholz-Rosengarten. „Wir haben erstmals in dieser Bundesligasaison mehr als 30 Tore geworfen und weniger als 20 kassiert“, lobte Matthias Steinkamp.

Wichtige Heimspiele Anfang Mai gegen Mainz und Leverkusen

Dubravko Prelcec schloss in seine Analyse das Remis der Vorwoche in Göppingen ein: „Endlich waren wir zweimal hintereinander erfolgreich. Jetzt gilt es, den Schwung mitzunehmen.“ Weil die deutsche Nationalmannschaft gegen Portugal um das WM-Ticket spielt, findet das nächste Spiel erst am 24. April beim Tabellenzweiten Bietigheim statt. Am kommenden Wochenende bekommen die Spielerinnen drei Tage trainingsfrei. Anfang Mai wird es für die Luchse wichtig mit Heimspielen gegen den Vorletzten Mainz 05 (1. Mai) und Bayer Leverkusen (8. Mai), die man aus dem Pokal geworfen hatte.

„Leider liegen wir immer noch einen Punkt hinter Göppingen. Wir haben den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand, werden aber versuchen, so viele Punkte wie möglich zu sammeln“, sagte Dubravko Prelcec. „Ich glaube noch an unsere Chance, die Klasse zu halten. Wir wollen die Länderspielpause nutzen, um uns weiter zu verbessern und bei Fortsetzung der Saison für die eine oder andere Überraschung zu sorgen“, ergänzte Geschäftsführer Sven Dubau.

Alle Tore: Kim Berndt (8/5), Alexia Hauf (5), Fatos Kücükyildiz (4), Louise Cronstedt, Evelyn Schulz (beide 3), Marleen Kadenbach (3/1), Sarah Lamp (2), Julia Herbst, Zoe Ludwig und Maj Nielsen (alle 1)