Amateurfussball

Ultimatum für Frank Pieper nach 1:5 Niederlage

Unter Beobachtung! Trainer Frank Pieper (vorne) und Assistent Peter Paczkowski stehen bei Oberligist Barmbek-Uhlenhorst auf der Kippe

Unter Beobachtung! Trainer Frank Pieper (vorne) und Assistent Peter Paczkowski stehen bei Oberligist Barmbek-Uhlenhorst auf der Kippe

Foto: Andre Matz

BU-Präsident Frank Meyer setzt Trainer fünf Spieltage Frist. HSV II siegt, Lurup auch. Und Pauli schießt Pauli ab.

Meyer zählt Trainerteam an. Barmbek-Uhlenhorsts Präsident Frank Meyer machte nach der 1:5-Pleite gegen den neuen Oberliga-Spitzenreiter FC Teutonia 05 seinem Unmut Luft. Im Visier: Trainer Frank Pieper und Co-Trainer Peter Paczkowski. „Trainer müssen sich am Erfolg messen lassen. Wir hatten schon in der letzten Rückrunde keinen Erfolg mehr. Da waren wir lange Zeit nicht ganz aus der Abstiegsgefahr raus, das darf nicht wieder passieren. Unsere Trainer stehen unter Beobachtung“, so Meyer. Und weiter: „Trainer und Mannschaft sind in der Pflicht. Wir gucken uns das jetzt mal noch fünf Spieltage an, und dann setzen wir uns zusammen.“ Also ein Ultimatum für das Duo Meyer/Paczkowski nach dem Fehlstart mit nur einem Punkt aus zwei Spielen in die neue Saison. Barmbeks Trainer Pieper wollte gegenüber dem Abendblatt keinen Kommentar zu den Aussagen seines Präsidenten abgeben.


Nur kicker sieht Altona schwach. Früher Schock für die Fans von Altona 93! Im ersten Auswärtsspiel der neuen Regionalligasaison lag der Hamburger Aufsteiger beim Lüneburger SK nach 20 Minuten 0:5 hinten. Vier Tore erzielte dabei Lüneburgs Torwart Ole Springer! Allerdings nur bei kicker.de, deren Online-Seite fälschlicherweise ein zeitiges Schützenfest vermeldete.

Die Realität sah anders aus. Altona siegte vor 1410 Zuschauern, darunter 400 aus Hamburg, mit 2:1 beim LSK. Jan Novotny verlängerte einen Freistoß von Kapitän Nick Brisevac in den Kasten (30.), und „Capitano Brise“ höchstselbst sorgte mit einem trockenen Schuss für das 2:0 (62.). Der Freistoßtreffer von Thure Ilgner für die Gastgeber in der Schlussminute fiel nicht mehr ins Gewicht. „Verdient gewonnen, wir waren besser“, so AFC-Coach Berkan Algan. „Zwei Spiele, drei Punkte, 50 Prozent Ausbeute, das passt. Jetzt werden wir weitermachen.“


Daheim immer links. Allerlei genutzte humoristische Steilvorlagen brachte das Regionalligaderby zwischen dem FC St. Pauli II und Eintracht Norderstedt (1:1) hervor. St. Pauli II war Gastgeber in der Arena der Norderstedter, da die Kiezkicker seit dieser Saison ihre Heimspiele dort austragen.

„Ein schönes Stadion habt ihr hier“, beschied schon vor dem Anpfifff Norderstedts Deran Toksöz schelmisch St. Paulis Verantwortlichen. Kabine und Trainerbank durfte Norderstedt behalten, dafür überließ Norderstedts Trainer Dirk Heyne großzügig seinem Kollegen Joachim Philipkowski die Platzwahl bei der Pressekonferenz. „Piepel“ schlagfertig: „Zu Hause sitze ich immer links!“ Das Spiel war übrigens mittelmäßig. Felix Drinkuth brachte Norderstedt durch den ersten eigenen Torschuss mit 1:0 in Front (28.), Brian Koglin glich nach einer Ecke von Joel Keller per Kopf aus (67.).


Spät gekommen, spät verloren. Auf noch überschaubarerem Niveau spielte sich die Regionalligapartie zwischen dem HSV II und dem 1. FC Germania Egestorf-Langreder ab. Die Begegnung wurde um eine halbe Stunde verlegt, weil die Gäste im Stau standen. Für Egestorf galt: Spät gekommen, spät verloren – Törless Knöll entschied das Duell für den HSV II per Foulelfmeter (83.), den mit dem Japaner Tatsuya Ito der beste Spieler auf dem Platz herausgeholt hatte. „Wir waren spielerisch gar nicht schlecht“, urteilte HSV-II-Trainer Christian Titz überraschend.


Denkmal für Turan? Der SV Lurup hat ein Liga-Pflichtspiel gewonnen! Nach 65 missglückten Versuchen in Ober- und Landesliga (vier Remis, 61 Niederlagen, 38:447 Tore) gelang in der Bezirksliga West ein 3:1 über Mitabsteiger Germania Schnelsen. Für Lurup trafen Weys Karimi (20.), Martin Bushaj (26.) und Sulayman Bojang (45.), für Schnelsen Marc Jarisch (84.). Nach dem Abpfiff am Vorhornweg lagen sich alle in den Armen. Neu-Trainer Selcuk Turan: „Gebeutelte, altgediente Luruper haben mir nach Spielschluss angeboten, mir ein Denkmal zu bauen. Ich hoffe, es war nicht unser letzter Sieg. Unser Saisonziel ist auf jeden Fall klar: Wir wollen den Klassenerhalt schaffen.“


Pauli erledigt Pauli. Nicht mit den eigenen Waffen, aber mit dem eigenen Namen schlug der Eimsbütteler TV in der Bezriksliga Nord den FC St. Pauli III mit 2:1. Das Siegtor in der 73. Minute gelang nämlich Jon Pauli. „Natürlich haben wir ihn viel geflachst, doch er blieb cool. Er meinte zu mir, in der Jugend gab es schon mal die Schlagzeile „;Pauli schießt Pauli ab‘“, sagte der neue ETV-Trainer Thorsten Beyer, der danach mit seinen Spielern richtig feierte. „Das war ein toller Sieg. Meine Jungs sind klasse. Nun muss ich mich nur noch an die langen Kabinennächte beim ETV gewöhnen.“