Hamburg

Lebenslange Sperre nach Massenschlägerei bei Pokalspiel

Nachdem ein Hamburger Pokalspiel nach der fünften Roten Karte abgebrochen wurde, kam es zu einer Massenschlägerei.

Es waren hässliche Szenen auf dem Fußballplatz des SC Poppenbüttel Anfang August: Während der Holsten-Pokalpartie zwischen dem SC Poppenbüttel II und Germania Schnelsen II rastete ein Zuschauer völlig aus. Mit einem Regenschirm, den er als Speer benutzte, war ein 42-Jähriger auf Betreuer der Mannschaft des Gastgebers aus Poppenbüttel losgegangen. Daraufhin kam es zu einer Massenschlägerei mit Verletzten.

Fünf Rote Karten beim Pokalspiel

Nicht nur die tumultartigen Szenen nach der Partie, auch das Pokalspiel zwischen der Heimmannschaft und Germania auf dem Sportplatz Bültenkoppel war bereits alles andere als sportlich. Fünf Rote Karten kassierten die Gäste aus Schnelsen. Daraufhin wurde das Spiel – wie es in so einem Fall geregelt ist – abgebrochen und das Team aus Poppenbüttel trotz eines Spielstands von 2:2 zum Sieger erklärt.

Am Mittwochabend wurde nach mehr als zweistündiger Verhandlung vor dem HFV-Sportgericht in Jenfeld das Urteil gesprochen. Es gab drastische Strafen für die Verantwortlichen. Zeugen beider Teams wurde angehört. Besonders hart bestraft wurden vor allem ein Gäste-Akteur und zwei Väter von Germania-Spielern, die mitverantwortlich für die Schlägerei gewesen sein sollen.

Lebenslange Sperre für Spieler

Sportlich gesehen wurde die Partie (es Stand beim Abbruch 2:2) für den Gastgeber SC Poppenbüttel II am "Grünen Tisch" mit 3:0 gewertet. Die Poppenbütteler müssen aufgrund fehlender Ordnungsdienste eine "Mindeststrafe" von 50 Euro bezahlen. Wesentlich härter trifft es Germania Schnelsen II. Der bereits vorbestrafte Spieler Marco F., der als Verursacher der Rudelbildung ausgemacht wurde, erhält eine lebenslange Platzsperre. Zudem wird ihm "auf Dauer das Ausüben sämtlicher Funktionen in einem Verein untersagt", so HFV-Sportrichter Christian Koops.

Platzsperre für aggressiven Spieler-Vater

Des Weiteren wurde der Spieler Marcel S. rückwirkend vom 8. August für ein Jahr gesperrt, weil die Partie durch seinen insgesamt fünften Platzverweis der Gäste abgebrochen werden musste. Der Rotsünder hatte seinem Gegenspieler in der achten Minute der Verlängerung in den Nacken geschlagen und wurde dafür des Feldes verwiesen. Sein anschließend auffällig aggressives Verhalten erkläre das hohe Strafmaß, so Koops.

Der Vater eines Germania-Spielers, Carsten F., erhält eine Tätigkeits- und Platzsperre bis 31. Dezember 2017. Der "Regenschirm-Werfer" sei der Auslöser für die Schlägerei gewesen, erklärte Koops. Darüber hinaus erhielt Germania Schnelsen wegen des "fehlerhaften Spielberichts", in dem Michael Stegemann, der zu diesem Zeitpunkt im Urlaub weilte, als Trainer angegeben war, eine Geldstrafe in Höhe von 250 Euro. Der Verein muss außerdem die Verfahrenskosten in Höhe von 100 Euro tragen. Bei Verstößen gegen die Auflagen drohen dem Club "drastische spieltechnische Konsequenzen", betonte Koops.

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