Oddset-Pokal

USC Paloma steht nach Elfmeterkrimi gegen Condor im DFB-Pokal

Paloma ist erst der dritte Sechstligist, der den Oddset-Pokal gewinnen kann. Matchwinner war Torwart Jonas, der beim 3:2-Sieg gleich drei Elfmeter parierte. Wunschgegner ist nun der FC Bayern.

Hamburg. Landesligist USC Paloma ist Hamburger Oddset-Pokalsieger. Vor 4317 Zuschauern im Stadion Hoheluft am Lokstedter Steindamm sicherte sich das Team aus Barmbek den Cup nach torlosen 120 Minuten durch einen 3:2-Sieg im Elfmeterschießen gegen den Oberligisten SC Condor und steht damit im DFB-Pokal. Mann des Spiels war Torwart Yannick Jonas, der gleich drei Elfmeter parierte.

Paloma ist erst der dritte Sechstligist, der den Oddset-Pokal gewinnen kann. Erst zwei Landesligisten (Paloma 2002 und der ETV 2011) holten sich zuvor die begehrte Trophäe, die die Qualifikation für den DFB-Pokal und rund 100.000 Euro Antrittsgeld garantiert.

Insgesamt war die Partie von Taktik und Nervosität geprägt. Der Oberliga-Sechste hatte mehr vom Spiel, allerdings kaum große Möglichkeiten. Die größte Chance aus dem Spiel heraus hatte Condors Carlos Flores in der 63. Minute, als er einen abgewehrten Ball aus acht Metern über das Tor drosch. Außerdem hatte Kristoffer Laban mit zwei Schrägschüssen Pech (80./88.).

Auf der Gegenseite köpfte Dennis Pannen frei stehend über das Tor (66.). In der Verlängerung konnte sich Paloma wieder von dem zuletzt starken Druck befreien und hatte durch Jan Savelsberg (98.) und Richard Grönsel (103.) gute Kontermöglichkeiten, ehe erneut Laban sein Glück mit einem Fernschuss versuchte, aber an der Latte scheiterte (104.). In der zweiten Hälfte parierte Paloma-Torwart Jonas glänzend gegen Tevin Tafese (110./116.) und Moritz Mandel (113.) und rettete sein Team so ins Elfmeterschießen.

„Möchte Elfmeter von Robben halten“

Dort wurde dann Jonas zum Helden: Er parierte die Schüsse von Max Anders und Lars Lüdemann und Kristoffer Laban. Lediglich Moritz Mandel und Alexander Krohn trafen für Condor. Bei Paloma schossen zwar Jan Savelsberg und Kevin Franz neben das Tor, aber Dirk Savelsberg, Richard Grönsel und Visar Galica verwandelten. „Jetzt gegen den FC Bayern wäre ein Traum“, sagte Galica anschließend. Auch Jonas, der schon im gesamten Pokalwettbewerb als Elfmeterkiller glänzte, wünscht sich den deutschen Doublesieger. „Ich möchte ja auch einen Elfmeter von Arjen Robben halten“, sagte er mit einem Schmunzeln.

Condor-Trainer Christian Woike konnte sich das Elfmeterschießen vor lauter Aufregung gar nicht mehr mit ansehen. Der Coach des Oberligisten drehte sich die komplette Zeit mit dem Rücken zum Tor. Als der Sieg des Außenseiters feststand, sackte Woike auf dem Rasen zusammen und musste getröstet werden.

Paloma-Trainer Marco Krausz, für den es bereits das fünfte Pokalfinale als Spieler und Trainer war, konnte sein Glück kaum fassen: „Das ist die Krönung einer unglaublichen Saison. Der Pokal war einfach unser Wettbewerb. Heute hat sicher nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen. Jetzt wünschen wir uns einen Bundesligisten im DFB-Pokal.“ Wobei Krausz selbst großer Fan - und auch Mitglied – von Bayern München ist.

Paloma hat sich den Triumph verdient, denn das Team hatte im Achtelfinale den Oberliga-Spitzenklub Curslack-Neuengamme nach Elfmeterschießen ausgeschaltet und im Halbfinale gegen den Titelverteidiger SC Victoria triumphiert. Paloma hat nun noch die Chance auf die direkte Rückkehr in die Oberliga, müsste sich dazu in der Relegation noch gegen den FC Süderelbe durchsetzen.

Sieger Paloma kassierte nicht nur 5000 Euro Prämie (der Verlierer 4000), sondern darf sich auch über die Teilnahme am DFB-Pokal 2014/15 freuen. Damit verbunden ist auch eine Garantiesumme von rund 100.000 Euro. Die erste Runde wird bereits am Sonntag (1. Juni) von Horst Hrubesch ausgelost.

Der USC Paloma freute sich damit bereits zum zweiten Mal über den Gewinn des Oddset-Pokals und die damit verbundene DFB-Pokal-Teilnahme: 2002 verlor der Klub am Millerntor gegen den damaligen Erstligisten 1. FC Kaiserslautern 0:5.

Bei den Frauen setzte sich der Hamburger SV durch. Das Team von Trainer Ralf Schehr, das nach dem freiwilligen Rückzug aus der Bundesliga nur noch in der Regionalliga spielt, gewann gegen Duwo 08 nach Verlängerung 4:0. In der 92. Minute brach Fjolla Gara den Bann, ehe Sebnem Dairecioglu, Anika Michel und Alina Ogundipe trafen und für den doch noch deutlichen Erfolg sorgten, wofür die HSV-Frauen 5000 Euro Siegprämie erhielten.