Olympia-Splitter

Brendel holt deutsches Gold - Silber für Vierer-Kajak

Der viermalige Europameister Sebastian Brendel hat die siebte deutsche Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in London gewonnen. Der Essener Max Hoff gewann Bronze.

London. Leichtathletik: Zehnkampf-Europameister Pascal Behrenbruch hat bei seiner Olympia-Premiere keinen guten Start erwischt. Der Frankfurter lief am Mittwoch in London die 100 Meter in 11,06 Sekunden. Damit blieb der 27-Jährige, der im estnischen Tallinn lebt und trainiert, 22 Hundertstel über seiner persönlichen Bestleistung. Er war zunächst 20. im Feld der 31 Zehnkämpfer. Behrenbruch ist als Zweiter der Jahresweltrangliste hinter Weltrekordler Ashton Eaton aus den USA angereist. Der Hallenser Rico Freimuth sprintete zum Auftakt 10,65 Sekunden und war als Fünfter klar der Beste des deutschen Trios. Teamkollege Jan Felix-Knobel kam auch nicht so gut aus dem Startblock: In 11,42 Sekunden blieb der Frankfurter 38 Hundertstel über seiner persönlichen Bestleistung und war 30. vor Ex-Weltrekordler Roman Sebrle aus Tschechien. Top-Favorit Eaton setzte sich mit 10,35 Sekunden sofort an die Spitze.

Kanu: Der deutsche Viererkajak der Frauen ist bei der olympischen Kanu-Regatta auf dem Dorney Lake über 500 Meter zu Silber hinter Ungarn gepaddelt. Schneller als Carolin Leonhardt , Franziska Weber , Katrin Wagner-Augustin und Tina Dietze waren am Mittwoch im Finale über 500 Meter die Ungarinnen, Bronze ging an Weißrussland.

Kanu: Der viermalige Europameister Sebastian Brendel hat die siebte deutsche Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in London gewonnen. Brendel wurde am Mittwoch auf dem Dorney Lake in Eton im Einer-Canadier über 1000 Meter Olympiasieger. Silber ging an David Cal aus Spanien, Bronze an den Kanadier Mark Oldershaw . „Das ist Wahnsinn. Nach 200 Meter habe ich gemerkt, dass es irgendwas wird“, sagte Brendel. Der Potsdamer sorgte für den ersten deutschen Sieg im Einer-Canadier seit dem Erfolg von Andreas Dittmer 2000.

Leichtathletik: Diskus-Ass Robert Harting ist wenige Stunden nach seinem Olympiasieg in London bestohlen worden. „Puuh, ich bin gerade ausgeraubt worden, während ich mit Leichtathletik-Fans beschäftigt war“, twitterte der 27-jährige Berliner auf Englisch in der Nacht zum Mittwoch. „Ich habe meine Akkreditierung für das olympische Dorf verloren – kein Eintritt!“ Der Doppel-Weltmeister war nach seinem Gold-Triumph erst ins Deutsche Haus gefahren und hatte sich danach mit Freunden aus Berlin auf dem Kreuzfahrtschiff „MS Deutschland getroffen. „Ich habe nur eine Stunde in der S-Bahn auf dem Stuhl geschlafen“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Wie der Sprecher des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) am Mittwoch mitteilte, hat Harting bereits eine neue Akkreditierung erhalten und wieder Zugang zu allen olympischen Einrichtungen.

Kajak: Der Essener Max Hoff hat die erste deutsche Kanu-Medaille gewonnen. Der 29 Jahre alte Europameister fuhr am Mittwoch auf dem Dorney Lake in Eton als Dritter des Finals über 1000 Meter durchs Ziel und holte Bronze. Schneller als der zweimalige Weltmeister waren der Norweger Eirik Veras Larsen und der Kanadier Adam van Koeverden . „Es war ein hartes Stück Arbeit. Es war ein schwieriges Rennen. Die anderen beiden sind grandios gefahren. Ich habe mich schwergetan“, sagte er. Es war die erste deutsche Olympia-Medaille in dieser Disziplin seit dem Bronze-Gewinn des Berliners Andre Wohllebe 1988 in Seoul.

Gewichtheben: Das Ausmaß der Verletzung von Matthias Steiner nach dessen Unfall im olympischen Finale der Superschwergewichtler am Dienstagabend ist weiter unklar. Nachdem in der Nacht in der Londoner Uniklinik eine MRT-Untersuchung durchgeführt worden war, befand sich der Olympiasieger von Peking am Mittwochmorgen auf dem Weg zu weiteren Kontrollen. Steiner hatte beim zweiten Versuch im Reißen 196 kg in die Höhe gestemmt, verlor jedoch das Gleichgewicht. Die Hantel fiel in Steiners Nacken und rollte dann auf seinen Oberschenkel. Steiner blieb am Boden liegen, stand nach kurzer Behandlungszeit jedoch wieder auf, bevor Helfer vor ihm einen Sichtschutz gegen neugierige Blicke postieren konnten. Kurz darauf gab Steiner den Wettkampf aus gesundheitlichen Gründen auf. Der 29-Jährige klagte über starke Schmerzen im Rücken- und Schulterbereich.

Turnen: Mit einem Satz edler Bettwäsche als Geschenk hat sich die Olympiamannschaft der deutschen Kunstturner von Oksana Chusovitina verabschiedet. Die 37-Jährige aus Herkenrath hat ihre Karriere bei den Spielen von London nach ihrer sechsten Olympiateilnahme beendet. Die gebürtige Usbekin hatte dabei im Sprung-Finale den fünften Platz belegt. „Wir haben dieses Geschenk ausgesucht, damit Oksana sich jetzt so richtig ausruhen kann“, sagte DTB-Präsident Rainer Brechtken bei der Übergabe des Präsents. Chusovitina, die in ihrer mehr als 20 Jahre währenden Laufbahn 17 internationale Medaillen gewann, wird nach einem Familienurlaub in den USA bis zum Jahresende eine Auszeit nehmen. Ab 2013 wird sie Nachwuchstrainerin am Stützpunkt in Bergisch Gladbach.

Hockey: Deutschlands Herren bangen vor dem Halbfinale am Donnerstag gegen Weltmeister Australien um ihren Kapitän Max Müller . Der Abwehrchef des Olympiasiegers erlitt beim 5:5 (2:4) im letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland eine Verletzung am Mittelfinger der rechten Hand. Nach einer ersten Diagnose könnte der Fingerkranz gebrochen sein. Genaueres soll am Mittwochvormittag eine Rötgenuntersuchung ergeben. „Der Arzt befürchtet, dass der Fingerkranz gebrochen ist. Die Haut ist zwar noch zu, aber man sieht, dass das Fleisch komplett aufgeplatzt ist“, sagte Müller, der trotz der Verletzung am Mittwoch aber unbedingt spielen will. „Wir wollen alles, was möglich ist, versuchen. Vielleicht können wir den Finger irgendwie lahmlegen. Vielleicht betäuben, damit man den Schmerz nicht spürt, und dann versuchen, ob es mit vier Fingern noch geht“, sagte der 25 Jahre alte Olympiasieger von Peking.

Mit Material von dpa, dapd und sid