Handball

Kapitän Ossenkopp fordert einen Entwicklungsschritt

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Lukas Ossenkopp (29) spielt seit Sommer 2016 im Rückraum des HSV Hamburg.

Lukas Ossenkopp (29) spielt seit Sommer 2016 im Rückraum des HSV Hamburg.

Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Eibner Pressefoto/Marcel von Fehrn

Bei der heimstarken HSG Wetzlar müssen die Handballer des HSV Hamburg Emotionen zeigen und als Mannschaft besser zusammenarbeiten.

Hamburg.  Drastisch waren die Worte, die er nach der 27:30-Niederlage gegen die Füchse Berlin am vergangenen Sonntag wählte. Doch nach den Videoanalysen in dieser Woche fühlt sich Lukas Ossenkopp in seiner Einschätzung, die Mannschaft sei teilweise „lethargisch und emotionslos“ aufgetreten, bestätigt. „Wir hatten in allen Bereichen Probleme, haben nicht gemeinsam gearbeitet und auch das Publikum nicht mitnehmen können“, sagt der Co-Kapitän des HSV Hamburg. Einem Aufsteiger in die Handball-Bundesliga, wie es der HSVH ist, dürfe so etwas nicht passieren, wolle er gegen Spitzenteams die Chance auf einen Punktgewinn haben.

Ein solches ist, zumindest im Selbstverständnis, auch die heimstarke HSG Wetzlar, in zehn Partien in der Buderus Arena nur einmal besiegt und an diesem Sonntag (16 Uhr/Sky) Gastgeber für die Hamburger. Und deshalb, so Ossenkopp, sei es umso wichtiger, das Geschehene abzuhaken und im Mittelhessischen einen Lerneffekt nachzuweisen.

Handball: „Emotionen sind die Basis für unser Spiel"

Worin dieser bestehen soll, liefert der 29-Jährige sofort nach: „Emotionen sind die Basis für unser Spiel. Warum wir sie gegen Berlin nicht zeigen konnten, dafür haben wir nicht wirklich eine Begründung finden können, aber wir wissen, dass wir als Mannschaft besser zusammenarbeiten müssen. Und das werden wir.“

Welche Rolle das Hinspiel einnehmen wird, darauf ist auch der variable Rückraumspieler gespannt. Mit 31:23 hatte die Auswahl von Cheftrainer Torsten Jansen das Wetzlarer Starensemble Ende September aus der Barclays Arena gefegt, es war – mit dem 34:26-Auswärtssieg beim Abstiegskandidaten TVB Stuttgart – der höchste Saisonsieg und die wohl überraschendste Leistung der starken Hinrunde. „Ich denke schon, dass das für Wetzlar eine Extramotivation ist, sie werden ein Zeichen setzen wollen, dass ihnen so etwas nicht noch einmal passiert“, sagt Lukas Ossenkopp.

HSV Handball: Entlastung im Rückraum wichtig

„Wir können aber ebenso mutig an das Rückspiel herangehen, weil wir schon einmal bewiesen haben, dass wir ihnen Probleme bereiten können, wenn wir an unser Leistungsoptimum herankommen.“ Um dieses zu erreichen, wäre Entlastung im Rückraum wichtig. Gut also, dass der am Knie verletzte Azat Valiullin ebenso in den Kader zurückkehrt wie der erkrankte Nicolai Theilinger, sodass einzig Finn Wullenweber (Patellasehne) ausfällt.

Lukas Ossenkopp ist nach den Trainingseindrücken dieser Woche zumindest sicher, dass er nach der Partie in Wetzlar sanftere Worte wählen kann. „Klar ist aber auch, dass wir gefordert sind, den nächsten Schritt in unserer Entwicklung zu machen“, sagt er, „wir dürfen und werden uns nicht auf unserer starken Hinrunde ausruhen.“ Dass er, der seit dem Neustart in der Dritten Liga 2016 zum Team zählt, um eine Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Vertrags kämpft, sei seiner Leistung weder zu- noch abträglich. Er wird weiterhin sagen, was zu sagen ist.

( bj )