Handball

HSV Hamburg verlängert mit Abwehrspezialist

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Handball-Allrounder Tobias Schimmelbauer (34) hat seinen auslaufenden Vertrag bis 2023 verlängert.

Handball-Allrounder Tobias Schimmelbauer (34) hat seinen auslaufenden Vertrag bis 2023 verlängert.

Foto: Witters

Der Linksaußen hat bei Hamburgs Bundesligahandballern einen neuen Vertrag unterschrieben. Was ihn so wertvoll macht.

Hamburg. Es gab nicht wenige Fans des HSV Hamburg (HSVH), die sich in der Hinrunde der Handball-Bundesliga Woche für Woche die Augen gerieben haben, wenn sie die Startformationen des Aufsteigers gesehen haben. Während Sommerneuzugang Casper Mortensen, Olympiasieger, Weltmeister und Champions-League-Sieger vom FC Barcelona, mit langer Trainingshose auf der Ersatzbank Platz nehmen musste, stand regelmäßig Linksaußen Tobias Schimmelbauer auf der Platte.

Dass der 34-Jährige, der bereits zu Zweitligazeiten in Hamburg gespielt hatte, so häufig den Vorzug vor dem dänischen Topstar erhielt, liegt weniger daran, dass er ein magisches Handgelenk und ein unerschöpfliches Wurfrepertoire besitzen würde. Besitzt er nämlich gar nicht. Vielmehr ist Schimmelbauer mit seiner Körpergröße von 1,99 Meter und einer robusten Spielweise in der Abwehr kaum zu ersetzen, da er im Gegensatz zu Mortensen auf der im HSVH-Spiel vakanten Halbposition decken kann.

So kam es auch nicht sonderlich überraschend, dass der ehemalige Stuttgarter seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim HSVH um ein Jahr mit Option auf eine weitere Saison verlängerte.

Schimmelbauer: 16 Saisonspiele für HSVH

"In den Jahren, die ich jetzt hier bin, konnten wir die Entwicklung immer weiter vorantreiben. Hier ist in der Zeit etwas entstanden und ich sehe, dass die Entwicklung bei Weitem noch nicht zu Ende ist. Ich habe das Gefühl, dass ich noch immer etwas zur weiteren Entwicklung beitragen kann", sagt Schimmelbauer, der bisher in 16 Saisonspielen zum Einsatz kam und nur zwei Partien wegen einer Bauchmuskelverletzung verpasste. "Es macht mir hier total Spaß, körperlich ist bei mir alles in Ordnung und ich will mit dieser Mannschaft noch mehr erreichen."

Vor dem Aufstieg und den Verpflichtungen von Keeper Johannes Bitter (39) und Kreisläufer Manuel Späth (36) war der Abwehrspezialist nicht nur der älteste, sondern mit 110 Erstligaeinsätzen auch der Bundesliga-erfahrenste Akteur in der jungen Mannschaft. "Es ist nach wie vor so, dass ich den jungen Spielern gerne mit Rat und Tat zur Seite stehe und etwas von meiner Erfahrung weitergeben kann. Und es ist schön zu sehen, dass die jungen Spieler das auch annehmen", sagt Schimmelbauer, der auch weiterhin nebenbei als Co-Trainer für die U13 des Vereins arbeiten wird.

Schimmelbauers wichtige Rolle im Team

Der Rechtshänder gilt jedoch nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Kabine als besonders wichtig. Schimmelbauer ist bei allen Spielern beliebt, somit auch für die Stimmung in der Mannschaft von großer Bedeutung. Dass der 34-Jährige jedoch mehr ist als nur ein lustiges Maskottchen, wissen Trainer Torsten Jansen und Geschäftsführer Sebastian Frecke genau.

Wie seine Rolle in der kommenden Saison aussehen wird, ist derweil noch offen. Mit Rückraumspieler Dani Baijens (23/Niederlande) hat der HSVH am Mittwoch einen Akteur verpflichtet, der wie Schimmelbauer auf der wichtigen Halbposition decken kann – und im Konterspiel deutlich mehr Geschwindigkeit mitbringt. Da Mortensen offensiv stärker als Schimmelbauer einzuschätzen ist, muss sich der 34-Jährige möglicherweise auf kürzere Einsatzzeiten einstellen. Aber vielleicht gelingt es ihm in der kommenden Saison ja erneut, die Fans zu überraschen.

( bron )