HSV Hamburg

Bitter bremst vor Duell mit Ex-Club die Erwartungen

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Torwart Johannes Bitter wechselte nach der Insolvenz des HSV Handball zum TVB Stuttgart. Im Sommer kehrte er zurück zum HSVH

Torwart Johannes Bitter wechselte nach der Insolvenz des HSV Handball zum TVB Stuttgart. Im Sommer kehrte er zurück zum HSVH

Foto: TimGroothuis / WITTERS

Handballtorwart trifft mit HSV Hamburg an diesem Sonntag auf TVB Stuttgart. Für den Keeper wird es zur Reise in die Vergangenheit.

Hamburg. Es war die Erfahrung von fast 20 Jahren Handball-Bundesliga, die am Freitagvormittag aus Johannes Bitter sprach. „Wir haben gerade mal vier Bundesligaspiele gemacht. Da werden wir nicht die Bodenhaftung verlieren“, sagt der Keeper des HSV Hamburg (HSVH), als ihn das Abendblatt am Tag nach dem 27:27-Remis beim SC DHfK Leipzig im Mannschaftsbus erreicht. Erst am vergangenen Sonntag hatte der Aufsteiger mit einem 32:27-Sensationssieg über die Rhein-Neckar Löwen für Aufsehen gesorgt.

Doch während die gegnerischen Trainer Lobeshymnen auf den HSVH singen, stellt Bitter auch vor dem Duell mit seinem Ex-Club TVB Stuttgart an diesem Sonntag (16 Uhr/Sky) klar: „Wir sind in jedem Auswärtsspiel klarer Außenseiter. Egal, wo wir hinreisen.“

Tatsächlich hatte der HSVH, für den Niklas Weller mit sechs Toren bester Werfer war, die ambitionierten Leipziger am Donnerstagabend am Rande einer Niederlage, verpasste es in der zweiten Halbzeit jedoch, auf fünf Tore wegzuziehen. „Bei 18:14 hätten wir auch mehr machen können. Dann hatten wir eine kurze Phase, in der wir Bälle verloren und nicht alles richtig gemacht haben“, sagt Bitter.

HSV Hamburg: „Wir sind in jedem Auswärtsspiel klarer Außenseiter."

Stattdessen drehte der Sechste der Vorsaison die Partie, führte plötzlich mit drei Toren. „Am Ende waren das aber eine super Moral und ein megageiler Punkt“, resümiert Bitter. Dass mit den starken Ergebnissen die externen Erwartungen steigen, weiß der 39-Jährige ganz genau. „Wir sind ein gutes Team und schotten uns gegen solche Gedanken ab. Wir haben nur Erfolg, wenn wir nicht abheben, sondern genauso weitermachen.“

Das Duell mit dem TVB wird für den Keeper zur Reise in die Vergangenheit. Nach der Insolvenz des HSV Handball wechselte er Anfang 2016 nach Stuttgart, ehe er im Sommer an die Elbe zurückkehrte. Mit Teilen des Teams sei er immer noch permanent im Kontakt, erzählt Bitter. „Nur zwei Stunden vor dem Spiel ist dann vielleicht nicht mehr der richtige Zeitpunkt.“ Obwohl der TVB mit dem Spanier Roi Sánchez im Sommer einen neuen Trainer verpflichtete, wird sich HSVH-Coach Torsten Jansen einige wichtige Hinweise von Bitter abholen. „Wir werden sicher noch etwas bereden. Trotzdem hat sich auch dort einiges verändert“, weiß Bitter.

Der Keeper galt in den vergangenen Jahren als Stuttgarter Lebensversicherung, nach dem Abgang werden die Süddeutschen als Abstiegskandidat gehandelt. In der ersten drei Spielen gab es drei Niederlagen für den TVB. „Stuttgart steht ein bisschen mit dem Rücken zur Wand. Wir haben jetzt schon drei Punkte und Rückenwind“, sagt Bitter, der die Motivation weniger aus dem Duell mit den ehemaligen Kollegen, sondern vielmehr aus der ansteigenden Hamburger Formkurve ziehen will. „Wir sind eher motiviert, weil wir gerade auf einem guten Weg sind. Wir wollen jetzt weiterspielen und gar keine Pause haben“, sagt Bitter, ehe er hinterherschiebt: „Es ist sicherlich nicht komplett unrealistisch, dass wir auch da irgendwie mithalten können.“ Klar, bloß nicht abheben.

( bron )