Handball

HSV Hamburg bereitet sich auf 2G-Spiele vor

| Lesedauer: 4 Minuten
Der HSV Hamburg wünscht sich eine volle Barclays Arena.

Der HSV Hamburg wünscht sich eine volle Barclays Arena.

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Handballer könnten schon beim übernächsten Heimspiel deutlich mehr Fans begrüßen. Bisher herrscht beim HSVH allerdings Katerstimmung.

Hamburg. Torsten Jansen machte keinen Hehl aus seinem Unmut, als er am vergangenen Sonntag auf den Bundesliga-Heimspielauftakt gegen Frisch Auf Göppingen am 8. September (19.05 Uhr, Barclays Arena) angesprochen wurde. Dass sich der Aufstiegstrainer des HSV Hamburg (HSVH) nicht uneingeschränkt auf den Saisonstart freuen kann, liegt jedoch weniger an den handballerischen Darbietungen seiner Mannschaft, sondern vielmehr an der jüngsten Zuschauer-Ausnahmegenehmigung der Stadt. „Ich verstehe nicht, warum der THW Kiel vor 9000 Zuschauern spielen darf und wir nicht. Das ist Wettbewerbsverzerrung“, ärgerte sich Jansen.

Während der Meister aus der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt eine Genehmigung für ein zweimonatiges 2G-Modellprojekt mit 9000 geimpften und genesenen Zuschauern für die 10.250 Menschen fassende Wunderino Arena erhielt, herrscht beim HSVH Katerstimmung. Im Vergleich mit den meisten Ligakonkurrenten dürfen die Hamburger deutlich weniger Zuschauer zulassen.

HSVH erhält Erlaubnis für 3000 Zuschauer

So darf beispielsweise der TVB Stuttgart 5000 geimpfte, getestete oder genesene Zuschauer (3G) in die nur 6211 Fans fassende Porsche Arena lassen – eine Auslastung von 80 Prozent. Der HSVH erhielt für die mit 13.000 Plätzen mehr als doppelt so große Barclays Arena die Erlaubnis für 3000 Zuschauer. Dies entspricht einer Auslastung von nur rund 23 Prozent.

„Am Ende ist das alles Ländersache. Als Wettbewerbsverzerrung würde ich es nicht betiteln“, sagt HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke. „Für uns ist aber die Frage, ab welchem Zuschauerniveau wir wirtschaftlich vernünftig arbeiten können. Natürlich sind wir froh, dass wir 3000 Fans reinlassen dürfen. Von einer Wirtschaftlichkeit ist das aber noch weit entfernt.“

HSVH arbeitet intensiv an 2G-Modell

Ursprünglich hatte der HSVH mehr als 3000 Zuschauer (3G) beantragt. „Unserem Antrag ist man nicht ganz nachgekommen. Wir waren aber auch in einer ständigen Kommunikation mit der Stadt, dass der nächste denkbare Schritt für uns 3000 Zuschauer sind“, sagt Frecke. Daniel Schaefer, Sprecher der Innen- und Sportbehörde, teilte mit, dass die Erhöhung der Zuschauerkapazität schrittweise erfolge. Gemeinsam arbeite man an Lösungen, die den Erwartungen der Vereine entsprächen.

Im Hintergrund arbeitet der HSVH bereits intensiv an einem 2G-Modell. „Es gibt aber noch etliche Details zu klären. Solange die nicht klar sind, können wir 2G nicht forcieren“, sagt Frecke. So sei beispielsweise noch unklar, ob auch Spieler oder Aufbauhelfer die zwei „G“ erfüllen müssen. Um diese Detailfragen zu klären, erarbeitet der Verein zurzeit in Zusammenarbeit mit der Stadt einen Fragenkatalog.

Lösung soll bis zum 19. September feststehen

„Noch ist nicht genau zu prognostizieren, wann die vielen Fragen geklärt sind“, sagt Frecke, ehe er mit überzeugter Stimme hinzufügt: „Wir spielen aber am 19. September zu Hause gegen die Rhein-Neckar Löwen und glauben, dass die Nachfrage größer wäre als 3000 Tickets. Bis zu diesem Spiel wollen wir eine Lösung finden.“

Lesen Sie auch:

Von der Stadt erwartet der Geschäftsführer zeitnah eine Prognose, mit wie vielen Zuschauern der Verein bei einem 2G-Modell rechnen kann. „Man muss uns klar mitteilen, welche wirtschaftliche Tragweite es hätte, wenn wir uns für eine 2G-Regelung entscheiden“, fordert Frecke. Insgesamt kalkuliert der HSVH für die 17 Heimspiele – acht in der Barclays Arena und neun in der Sporthalle Hamburg – mit 50.000 bis 70.000 Besuchern.

HSVH: „Wir müssen Geld verdienen"

Bliebe es bei der Auslastung von 23 Prozent, käme der Verein jedoch gerade einmal auf rund 31.400 Zuschauer. „Wir sind am Ende ein Unternehmen und müssen Geld verdienen. Wenn die Politik uns Verordnungen an die Hand gibt, mit denen wir den Weg aus der Krise schaffen können, müssen wir intensiv darüber nachdenken“, sagt Frecke. „Wir sind rein wirtschaftlich gezwungen, diesen Weg zu gehen.“

( bron )