Handball

HSV Hamburg quält sich zu Sieg gegen Aue

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Maximilian Bronner
Niklas Weller (M.) war mit sechs Toren bester HSVH-Schütze.

Niklas Weller (M.) war mit sechs Toren bester HSVH-Schütze.

Foto: Witters

Allerdings bemängelte HSVH-Trainer Torsten Jansen nach der Partie „viele falsche Wurfentscheidungen" seiner Mannschaft.

Hamburg. Glücklicherweise schien Jan Kleineidam kein Knalltrauma davongetragen zu haben, als ihm Jonas Gertges nach der Schlusssirene laut jubelnd um den Hals fiel. Mit dem bis kurz vor Schluss hart erkämpften 28:24 (11:11)-Heimerfolg gegen den EHV Aue behauptete sich der HSVH am Dienstagabend trotz eklatanter Abschlussschwächen an der Tabellenspitze der 2. Handball-Bundesliga. Niklas Weller war mit sechs Toren bester HSVH-Schütze.

Leif Tissier war rechtzeitig fit geworden, nur eine dünne weiße Bandage stabilisierte sein linkes Knie. Der HSVH-Spielmacher ließ sich nicht lange bitten, versorgte nach 40 Sekunden Jan Forstbauer und kurze Zeit später Niklas Weller mit klugen Anspielen (2:0/2.). Danach brach das Angriffsspiel des HSVH jedoch für 20 Minuten komplett in sich zusammen.

„Wir haben viele falsche Wurfentscheidungen getroffen“, sagte HSVH-Trainer Torsten Jansen nach dem Spiel. Zahlreiche Bälle flogen über das Tor, den Rest parierte Aues starker Torhüter Sveinbjörn Petursson, der Mitte der ersten Halbzeit bereits sechs Paraden (insgesamt zehn) auf dem Statistikbogen stehen hatte. Nach einem zwischenzeitlichen Dreitorerückstand (5:8/22.) kämpfte sich der HSVH zur Pause immerhin wieder auf 11:11 heran.

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Was HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke, der sich am Nachmittag über die Erteilung der Erst- und Zweitligalizenz für 2021/22 hatte freuen können, vom Auftritt seines Teams hielt, wurde in der 37. Minute (14:14) deutlich. Frecke stand mit dem Gesicht zur Hallenwand, legte den Kopf in den Nacken und blickte flehend in Richtung Hallendecke. Den erhofften himmlischen Beistand gab es zunächst aber nicht. Als Aue erneut mühelos durch die HSVH-Deckung hindurchfand, hielt es Thies Bergemann nicht mehr aus. „Nein, Mann!“, brüllte der HSVH-Rechtsaußen.

Der kurze Wutausbruch half nicht wirklich. HSVH-Torwart Jonas Maier parierte, den freien Gegenstoß feuerte Gertges per Aufsetzer über das Tor – Jansen vergrub das Gesicht in seinen Händen. „Es spricht aber für uns, dass wir danach nicht durchgedreht sind“, sagte der Coach. Erst in den Schlussminuten konnte sich der HSVH absetzen, nach zwei Maier-Paraden (insgesamt fünf) stand ein komfortabler Vorsprung (27:22/58.). Jansen lobte insbesondere die „überragende Moral. Das Ergebnis sollte uns Selbstvertrauen geben.“