Handball

HSV Hamburg blamiert sich beim Tabellenletzten

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Maximilian Bronner
Trainer Torsten Jansen war nach der Blamage des HSV Hamburg beim Schlusslicht Fürstenfeldbruck richtig bedient.

Trainer Torsten Jansen war nach der Blamage des HSV Hamburg beim Schlusslicht Fürstenfeldbruck richtig bedient.

Foto: Witters

Der Zweitligatabellenführer unterlag überraschend mit 27:29 bei Abstiegskandidat Fürstenfeldbruck. Tissier musste verletzt raus.

Hamburg. Trainer Torsten Jansen gratulierte fair, als die Spieler des TuS Fürstenfeldbruck am Freitagabend laut jubelnd im Kreis umhersprangen. Die 27:29 (14:14)-Niederlage des HSV Hamburg (HSVH) beim Tabellenletzten der 2. Handball-Bundesliga war für die abstiegsbedrohten Gastgeber nicht weniger als eine Sensation. Der HSVH hingegen verpasste die Chance, sich nach der ebenso überraschenden Niederlage von Verfolger VfL Gummersbach (24:28 in Rimpar) an der Tabellenspitze abzusetzen. Kreisläufer Niklas Weller war mit neun Toren bester Hamburger Werfer.

HSV Hamburg wirkte im Angriff ideenlos

„Die waren heute einfach besser als wir. Wir haben uns nervös machen lassen, obwohl wir wussten, was uns hier erwartet. Wir haben es über 60 Minuten nicht geschafft, einen Zugang zum Spiel zu finden“, analysierte Linksaußen Jonas Gertges schonungslos. Wie erwartet verteidigten die Gastgeber in einer extrem offensiven 3-2-1-Deckungsvariante, der HSVH wirkte offensiv ideenlos. „Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren und uns null Sicherheit holen können. Dass es vorne schwer wird, war klar. Auch wenn wir das die ganze Woche trainiert haben, sieht die Realität dann doch noch einmal anders aus“, sagte HSVH-Coach Jansen, der den HSVH schnell mit vier Toren zurückliegen sah (3:7/14.). Nur weil Torwart Jens Vortmann (insgesamt acht Paraden) früh im Spiel heiß lief, war der Rückstand nicht größer.

Spielmacher Tissier musste verletzt raus

Danach schien sich der HSVH langsam an die unkonventionelle Deckung des Tabellenletzten anzupassen, Leif Tissier verkürzte auf zwei Tore Rückstand (8:10/21.). Am Ende des ersten Durchgangs beorderte Jansen im Angriff auf Kosten von Torhüter Vortmann mit Dominik Vogt einen zweiten Kreisläufer in die Offensive. Obwohl Weller zur Pause zum 14:14 traf, wirkte der HSVH ungewohnt genervt. „Wir haben uns nach guten Aktionen nicht so abgefeiert, wie wir es eigentlich müssen“, sagte Jansen. Zu allem Überfluss musste Spielmacher Tissier zur Halbzeit verletzt raus. Sein schmerzendes Knie wurde bandagiert, eine genaue Diagnose stand noch aus.

„Entscheidend war heute unsere Abwehrleistung, wir haben den entscheidenden Mann, Falk Kolodziej, überhaupt nicht in den Griff gekriegt“, sagte Gertges. Beim 19:21 (40.) erzielte der Fürstenfeldbrucker Spielmacher bereits seinen siebten Treffer (insgesamt neun). Torsten Jansen war der Ärger anzusehen, als er sein Team wenige Augenblicke später zur Ausrief zusammenrief (47.). Sein kleiner Wutausbruch half nicht wirklich, Fürstenfeldbruck erhöhte nach mehreren technischen Fehlern Hamburgs auf fünf Tore (20:25/48.).

HSVH trifft schlechte Entscheidungen am Spielende

„Es passte heute ins Bild, dass wir viele Abpraller nicht bekommen haben und vorne an den Chancen vorbeigelaufen sind“, haderte Jansen. Erst warf Jannik Hausmann ohne Not deutlich über das Tor, dann verpasste Kolodziej dem HSVH einen weiteren Wirkungstreffer (23:27/53.). Nachdem Jan Forstbauer und Dominik Axmann an Fürstenfeldbrucks Michael Luderschmid scheiterten, war die 27:29-Pleite perfekt.