HSV Hamburg

Philipp Bauer witzelt nach Sieg über persönliches Trauma

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Maximilian Bronner
Für Philipp Bauer (Archiv) war das Spiel gegen Bayer Dormagen schon nach fünf Minuten beendet.

Für Philipp Bauer (Archiv) war das Spiel gegen Bayer Dormagen schon nach fünf Minuten beendet.

Foto: Witters

Rückraumlinker des Handball-Zweitligisten wurde beim Sieg in Dormagen früh zu Boden gestreckt. Tissier nennt Gründe für den Aufschwung.

Hamburg. Als Philipp Bauer gegen 4 Uhr in der Nacht zum Sonnabend ins Bett fiel, war der Rückraumlinke des HSV Hamburg (HSVH) gleich doppelt erleichtert. Zum einen freute sich Bauer über den 27:24-Auswärtssieg beim TSV Bayer Dormagen, mit dem der HSVH seinen Vorsprung an der Tabellenspitze der 2. Handball-Bundesliga verteidigt hatte. Zum anderen war der 24-Jährige beruhigt, dass er trotz seines dröhnenden Kopfes überhaupt einschlafen konnte.

Nach einem Gesichtsschlag durch Dormagens Alexander Senden war Bauer bereits in der 5. Minute zu Boden gesackt. Senden sah die Rote Karte, Bauer sich an vergangenes Jahr erinnert. Im Februar 2020 hatte er in Dormagen bei einer ähnlichen Szene eine schwere Gehirnerschütterung erlitten.

Anstatt nachts einzuschlafen, übergab sich Bauer damals und fiel mehrere Wochen aus. Die klare 23:32-Pleite machte sein Dormagen-Trauma perfekt. „Immerhin war es diesmal ein anderer Gegenspieler“, witzelte Bauer, als ihn das Abendblatt am Sonntag am Telefon erreichte.

HSVH glaubt immer fester an den Aufstieg

Obwohl er am Freitagabend vorsichtshalber auf den Rest des Spiels verzichtete, verwalteten die Hamburger ihren Vorsprung bis zum Ende im Stile einer Spitzenmannschaft. „Wir haben den Vorteil, dass wir ständig durchwechseln können. Jede Position kann durch unseren breiten Kader richtig gut ersetzt werden. Das hilft in den entscheidenden Phasen“, sagte Leif Tissier. Der HSVH-Spielmacher übernahm in der Schlussphase wieder einmal die Verantwortung im Angriff.

„Seit den vielen knappen Siegen im Dezember, bei denen wir auch nicht immer gut gespielt haben, glauben wir jetzt mehr an uns. Auch wenn ein Angriff mal nicht funktioniert, haben wir bis zum Ende das Selbstvertrauen, mit dem wir konsequent und konzentriert weiterspielen“, sagte Tissier über die beeindruckende Nervenstärke des HSVH.

HSVH: Bauer soll Dienstag wieder einsteigen

Und Philipp Bauer? Dem ging es am Sonntag schon deutlich besser. Spätestens am Dienstag wolle er wieder ins Mannschaftstraining einsteigen. Sein persönliches Dormagen-Trauma hat Bauer damit besiegt. Um schmerzhafte Auswärtsspiele in Dormagen zukünftig zu vermeiden, dürfte aber wohl nur der Aufstieg in die Erste Liga helfen.