Handball

HSVH: Großer Jubel über Rettung in vorletzter Sekunde

| Lesedauer: 5 Minuten
Maximilian Bronner und Rainer Grünberg
HSVH-Torhüter Jens Vortmann (l.) überzeugte im Spiel gegen den Tabellendritten TuS N-Lübbecke. Spielmacher Leif Tissier (r.) gelang der Ausgleich kurz vor Spielende.

HSVH-Torhüter Jens Vortmann (l.) überzeugte im Spiel gegen den Tabellendritten TuS N-Lübbecke. Spielmacher Leif Tissier (r.) gelang der Ausgleich kurz vor Spielende.

Foto: Witters

Der HSV Hamburg bleibt durch das 25:25 gegen den TuS N-Lübbecke Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga.

Hamburg. Sie tanzten ausgelassen im Kreis, schrien ihre Freude heraus, dabei war den Handballern des HSV Hamburg (HSVH) gerade ihre Serie von elf Siegen in Folge gerissen.

Das 25:25 (13:14)-Unentschieden gegen den Tabellendritten TuS N-Lübbecke, der erste Punktverlust in dieser Saison in der heimischen Sporthalle Hamburg, durfte der Tabellenführer der 2. Bundesliga dennoch wie einen Erfolg feiern, schließlich gelang Spielmacher Leif Tissier der glückliche Ausgleich im letzten Angriff zwei Sekunden vor Schluss.

HSV Handball: Ausgleich in letzter Sekunde

„Solch ein Spiel muss ich auch nicht jede Woche haben“, klagte der gestresste HSVH-Präsident Marc Evermann beim Verlassen der Halle. In der Schlussphase warfen die Hamburger ständig einem Tor Rückstand hinterher. Der letzte Führungstreffer der Lübbecker zum 25:24 fiel zehn Sekunden vor dem Ende. Dann kam Tissier. „Das war Schwerstarbeit und auf jeden Fall ein gewonnener Punkt“, meinte HSVH-Trainer Torsten Jansen.

Die Hamburger haben jetzt weiter vier Minuspunkte weniger als – neben dem VfL Gummersbach – der härteste Konkurrent um einen der beiden Aufstiegsplätze in die Erste Liga. Mit 13 Paraden, darunter drei gehaltene Siebenmeter, war der neu verpflichtete Torhüter Jens Vortmann der überragende Spieler der Hamburger, Kreisläufer Niklas Weller, der drei Minuten vor Schluss nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah, war mit sieben Treffern der beste Schütze des Teams.

HSHV-Torhüter Vortmann überzeugte gegen TuS N-Lübbecke

Das gesamte Spiel über dominierten die aggressiven Abwehrreihen, sowohl HSVH-Torhüter Vortmann als auch TuS-Keeper Rezar Aljosa setzten dazu mit starken Paraden erste Zeichen. Aljosa zog dem HSVH insbesondere von der Siebenmeterlinie den Zahn, weder Weller (4.), noch Lukas Ossenkopp (9.), noch Dominik Axmann (11.) behielten zu Spielbeginn die Nerven.

Der HSVH hatte es vorne in erster Linie Kreisläufer Weller zu verdanken, der Mitte der ersten Halbzeit (5:5/15.) bereits vier der fünf Hamburger Treffer erzielte. Das Spiel blieb hart, erst schlug Lübbeckes Peter Strosack HSVH-Spielmacher Tissier aus vollem Lauf ins Gesicht, dann durfte sich auf der Gegenseite auch Linksaußen Tobias Schimmelbauer zwei Minuten lang auf der Strafbank beruhigen. In der Folge schaffte es kein Team, sich entscheidend abzusetzen, die Führungen wechselten alle paar Minuten.

Weller war überragende Angreifer in erster Halbzeit

Wenn Hamburg vorne gefährlich wurde, war es meistens dasselbe, aber effektive Muster: Tissier auf Weller, Weller ins Tor (10:9/23.). Weil den HSVH-Rückraumschützen kurz vor der Pause jedoch zwei unnötige technische Fehler unterliefen, zogen die Lübbecker erstmals auf drei Tore davon (11:14/29.). Der HSVH lief jedoch nicht abreißen, kämpfte sich zur Halbzeit wieder auf 13:14 heran.

Zu Beginn der zweiten Hälfte übernahm zunächst Axmann für Tissier auf der Spielmacherposition. Vorne traf Axmann direkt sehenswert aus dem Rückraum zum Ausgleich (15:15/35.), hinten übernahm er mit Dominik Vogt Verantwortung im Mittelblock.

Die Partie blieb hitzig, nach einer Zweiminutenstrafe gegen Schimmelbauer geriet sogar der normalerweise besonnene HSVH-Coach Jansen mit seinem Kollegen Emir Kurtagic aneinander. Hinten lief HSVH-Torwart Vortmann weiter heiß, parierte in 17 Sekunden zwei Bälle, darunter einen komplett freien Lübecker Gegenstoß.

Es war die bis zu diesem Zeitpunkt stärkste Hamburger Phase, durch zwei Rückraumtore von Forstbauer setzte sich der HSVH erstmals mit zwei Toren ab, sodass die Gäste mit einer Auszeit reagieren mussten (19:17/45.). TuS-Rechtsaußen Peter Strosack sah bereits Mitte der zweiten Halbzeit seine dritte Zweiminutenstrafe und den Rest der Partie von der Tribüne aus.

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Zehn Minuten vor Schluss lag Lübbecke wieder in Führung

Lübbecke ließ sich jedoch nicht abschütteln und ging zehn Minuten vor Ende wieder in Führung (21:22/50.). „Wir haben ein paar wichtige Bälle von linksaußen nicht getroffen, und Lübbecke hat nun mal eine immense Qualität im Rückraum“, sagte Jansen.

Erst sieben Minuten vor Schluss kehrte Tissier zurück aufs Feld, das Spiel stand auf des Messers Schneide (22:22/55.). HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke tänzelte auf der Tribüne nervös neben den anderen Trommlern hin und her. Auch Kreisläufer Weller sah drei Minuten vor dem Ende seine dritte Zweiminutenstrafe, Lübbecke nutzte die Überzahl per Siebenmeter zur knappen Führung (22:23/57.).

Es blieben noch 56 Sekunden, als Jansen seinen HSVH beim 23:24-Rückstand zur Auszeit zusammenrief. Tissier traf bei drohendem Zeitspiel zum Ausgleich, Kapitän Weller feuerte von der Tribüne lauthals an. Das half am Ende für einen glücklichen Punkt.