Handball

Thies Bergemann – der Dauer(b)renner beim HSV Hamburg

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Maximilian Bronner
Thies Bergemann (25) erzielte in dieser Saison bisher 55 Tore.

Thies Bergemann (25) erzielte in dieser Saison bisher 55 Tore.

Foto: WITTERS

Der Tabellenführer könnte sich gegen Lübbecke im Aufstiegsrennen absetzen. Der Rechtsaußen steht dabei vor einer besonderen Aufgabe.

Hamburg. Thies Bergemann dürfte als Beleg dafür gelten, dass der Alltag eines Zweitligahandballers mitunter richtig öde sein kann. Der 25 Jahre alte Rechtsaußen des HSV Hamburg (HSVH) sitzt gerade an seiner Steuererklärung, als ihn das Abendblatt am Telefon erreicht. Fahrtkostenabrechnung – so lautete Bergemanns wenig spektakuläre Beschäftigung am Freitagvormittag.

Das deutlich größere Spektakel dürfte es hingegen an diesem Sonnabendabend (19 Uhr/sportdeutschland.tv) geben, wenn Aufstiegskonkurrent und HSVH-Verfolger TuS N-Lübbecke zum Spitzenspiel in der Sporthalle Hamburg gastiert.

Ausführliche Videoanalyse zur Vorbereitung

„Die Videoanalyse war diesmal ausführlicher als normalerweise. Wir sind auf jeden Fall gut vorbereitet“, sagt Bergemann, der im Aufstiegsduell Erster gegen Dritter eine Schlüsselposition einnehmen könnte. Lübbeckes Linksaußen Tom Skroblien ist nicht nur Bergemanns direkter Gegenspieler, sondern mit 108 Toren (davon 49 per Siebenmeter) auch der beste Torschütze der Liga.

„Es ist bekannt, dass er der Toptorschütze ist. Ich werde ihm vielleicht noch einen Schritt mehr auf den Füßen stehen“, sagt Bergemann, der seine Ausbildung als Immobilienkaufmann im Sommer abschloss und seitdem in Teilzeit in Stellingen bei der Kock-Siedlung des HSVH-Vorstandsmitgliedes Sven Hielscher arbeitet.

Bergemann: 17 von 17 möglichen Einsätzen

Bei HSVH-Trainer Torsten Jansen ist Bergemann auf Rechtsaußen gesetzt, mit 17 von 17 möglichen Einsätzen ist er einer der Dauerbrenner im Hamburger Kader. Beim 28:24-Hinspielerfolg war Bergemann mit sechs Treffern hinter Kreisläufer Niklas Weller (neun) zweitbester Hamburger Torschütze.

„Vor dem Hinspiel hat Lübbecke uns im Vorbericht ein bisschen klein geredet. Da haben die sich selbst Druck gemacht, als sie uns als normale Mannschaft, bei der man nur auf zwei, drei Spieler achten müsse, bezeichneten. Dann haben wir ihnen gezeigt, dass wir alle Handball spielen können“, erinnert sich Bergemann.

„Wenn man so was mitkriegt, stachelt einen das an"

Lübbecke verglich die damalige Ausgangslage vor dem Hinspiel gegen den HSVH noch mit einer Partie gegen den Tabellenletzten TuS Fürstenfeldbruck. „Wenn man so was mitkriegt, stachelt einen das an. Wir hatten vor dem Spiel zwar gleich viele Verlustpunkte wie Lübbecke und erst danach unsere Serie mit elf Siegen gestartet. Aber so was schreibt man besser nicht“, sagt Bergemann.

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Gegen die starke TuS-Deckung sei es wichtig, schnell ins Tempospiel zu kommen. Wenn möglich, wolle der HSVH die Lübbecker bereits im Rückzugsverhalten überrumpeln. „Die haben hinten eine richtig große Mauer stehen. Wir haben aber schnelle Spieler, die der Abwehr dann auch mal Knoten in die Beine laufen können“, sagt Bergemann, der die Bedeutung des Spiels trotz der tabellarischen Brisanz nicht überhöhen möchte.

Mit einem Sieg betrüge der Vorsprung des Tabellenführers auf Rang drei, den ersten Nichtaufstiegsplatz, sechs Punkte. „Am Mittwoch hat Gummersbach auch überraschend zu Hause gegen Großwallstadt verloren. Jeder, der möchte, kann gern von einem Vierpunktespiel reden. Das ist mir recht egal, ich will einfach das Spiel gewinnen“, stellt Bergemann klar, bevor er sich wieder seiner Steuererklärung widmet.