Handball

HSV Hamburg zittert sich zum Sieg – und holt Schwalb zurück

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Maximilian Bronner
HSVH-Kreisläufer Niklas Weller warf gegen Dresden neun Tore bei neun Versuchen.

HSVH-Kreisläufer Niklas Weller warf gegen Dresden neun Tore bei neun Versuchen.

Foto: Leonie Horky / WITTERS

Niklas Weller überragt beim knappen Sieg gegen Elbflorenz Dresden. Der einstige Meistertrainer kehrt in neuer Funktion zum HSVH zurück.

Hamburg. Als die Zweitligahandballer des HSV Hamburg (HSVH) am Freitagabend nach dem 27:26 (13:13)-Erfolg gegen den HC Elbflorenz Dresden gemeinsam feierten, hatte Martin Schwalb die Sporthalle Hamburg längst verlassen. Der 57-Jährige suchte jedoch nicht wegen der gebotenen Leistung das Weite, sondern verabschiedete sich bereits zur Halbzeit wegen eines anschließenden Geschäftstermins aus der Halle.

Nachdem Schwalb, dessen Amt als HSVH-Vizepräsident durch seinen Trainerjob beim Bundesligaclub Rhein-Neckar Löwen zurzeit noch ruht, am Donnerstag mitteilte, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei den Mannheimern nicht zu verlängern, traf er sich mit den HSVH-Verantwortlichen vor der Partie gegen Dresden zu einem wichtigen Gespräch. Schwalb hatte seine Tätigkeit als HSVH-Sportchef vor einem Jahr beendet, soll diese nun aber vom 1. Juli an wiederaufnehmen.

Welche Aufgaben er in seiner neuen alten Funktion übernehmen wird, besprach Schwalb mit Präsident Marc Evermann sowie Florian Gehre und Sebastian Frecke, den beiden Geschäftsführern der HSM Handball Sport Management und Marketing GmbH, vor dem Anwurf.

Schwalb kehrt in neuer Funktion zu den HSV-Handballern zurück

„Wir haben gesprochen, noch gibt es dazu nichts Genaueres“, sagte Schwalb. Geschäftsführer Frecke ließ nach dem Gespräch etwas mehr durchblicken: „Wir gehen davon aus, dass wir Martin Schwalb vom 1. Juli an wieder auf unserer Seite wissen werden. Die genaue Stellenbezeichnung werden wir noch bekanntgeben, er wird aber bestimmt etwas mit uns zu tun haben.“

Was Schwalb zu Beginn des Spiels vorgesetzt bekam, dürfte ihm jedoch kaum geschmeckt haben. Es waren keine sieben Minuten gespielt, da führten die Dresdner bereits deutlich (0:4/7.). „Am Anfang fehlte einfach alles, wir waren zu statisch und nicht aggressiv genug“, sagte HSVH-Trainer Torsten Jansen, der sein Team mit einer frühen Auszeit wachrüttelte. Dann lief Kreisläufer Niklas Weller mit fünf Treffern heiß (10:10/24.), zur Halbzeit stand ein 13:13-Unentschieden. „Wir haben uns gut zurückgekämpft“, sagte Jansen.

Kurz nach Wiederbeginn setzte sich die schwache Hamburger Torhüterleistung von Jonas Maier (insgesamt drei Paraden) und Marcel Kokoszka (eine Parade) fort, sodass sich Dresden leicht absetzen konnte (17:19/40.). HSVH-Kapitän Weller, mit neun Toren bester Hamburger Torschütze, führte die Mannschaft in dieser Phase verbal und physisch an, drohte allerdings nach zwei Zweiminutenstrafen bis zum Ende bei einer dritten Strafe den Rest der Partie von der leeren Tribüne aus verfolgen zu müssen.

HSVH zittert sich gegen Dresden zum Sieg

Knapp zehn Minuten vor Schluss traf Thies Bergemann per Gegenstoß zur erstmaligen Zweitoreführung für den HSVH (25:23/50.). „Wir hätten das Spiel schon entscheiden können, haben dann aber die Sicherheit vermissen lassen“, kritisierte Jansen. Nach Dresdens Ausgleich (26:26/58.) agierte der HSVH nach einer Zweiminutenstrafe gegen Bergemann in Unterzahl. Sechs Sekunden vor Schluss hatte Dresden im letzten Angriff die Chance zum Ausgleich, der Ball fand den Weg jedoch erst eine Sekunde nach der Schlusssirene in die Maschen, Geschäftsführer Frecke brüllte seine Freude auf der Tribüne lauthals heraus.

„Wir haben einige Sachen zu besprechen“, sagte Jansen. Viel Zeit bleibt ihm nicht, bereits am Montagabend (20 Uhr/Sportdeutschland.tv) kommt der ASV Hamm-Westfalen nach Hamburg.