Handball

HSV Hamburg gewinnt schaurige Geisterspiel-Premiere

Leif Tissier vom HSV Hamburg im Anflug auf das Tor des TuS Fürstenfeldbruck.

Leif Tissier vom HSV Hamburg im Anflug auf das Tor des TuS Fürstenfeldbruck.

Foto: Leonie Horky / WITTERS

27:26 gegen den Letzten Fürstenfeldbruck – die Zweitliga-Handballer mühen sich vor erstmals leeren Rängen zum vierten Saisonsieg.

Hamburg.  Zaghaft erklangen die ersten Schläge. Es dauerte etwas, bis sie ihren Rhythmus gefunden hatten. In der fast menschenleeren Sporthalle Hamburg schwangen die Geschäftsstellenmitarbeiter des HSV Hamburg die Trommelstöcke.

Sie ersetzten die Fans der Handball-Zweitligamänner, die am Mittwochabend erstmals bei einem Heimspiel geschlossen zu Hause bleiben mussten. Und so wie die Ersatzunterstützung auf der Empore, so stockte über weite Strecken auch das Spiel des favorisierten HSVH gegen den Aufsteiger und Tabellenletzten TuS Fürstenfeldbruck.

Mit 27:26 (14:12) siegten die Hamburger schließlich knapp, konnten sich dabei nie wirklich absetzen. Es war ein nicht schön anzusehendes Kampfspiel gegen einen unangenehmen Gegner, der zum dritten Mal mit einem Tor Differenz verlor.

HSV-Handballer jetzt schon Dritter

Mit dem vierten Saisonsieg im fünften Spiel verbesserte sich der HSVH auf Tabellenplatz vier, einen Rang vor dem VfL Lübeck-Schwartau. Der Nordrivale, dessen Spiel wegen eines Corona-Falls bei der SG BBM Bietigheim ausfiel, ist am kommenden Dienstag (19.30 Uhr) in Lübeck der nächste Gegner.

„Handball ohne Fans, ohne Emotionen von außen ist nicht dasselbe. Das fehlt einfach“, sagte Hamburgs Geschäftsführer Sebastian Frecke, der selbst die Klatschpappe schlug. „Ich hatte schon vor dem Spiel kein gutes Gefühl. Der Auftritt passte ins Bild. Wir haben uns nicht so bewegt wie abgesprochen, haben klarste Chancen vergeben“, haderte HSVH-Trainer Torsten Jansen.

Forstbauer mit perfekter Quote

Vor allem mit der sehr offensiven 3:3-Deckung der Bayern hatten die Hamburger ihre Probleme, spielten sich weit weg vom Sechsmeterkreis fest. Und wenn sie durchkamen, wurde unvorbereitet gepasst oder fahrig abgeschlossen. Toptorschütze Niklas Weller vergab gute Chancen vom Kreis sowie zwei Siebenmeter.

„Es ist nicht unser Anspruch, mit so vielen technischen Fehlern zu spielen“, bekannte Spielmacher Leif Tissier. Der 20-Jährige war mit sieben Toren bester Hamburger Werfer. In Halbzeit zwei übernahmen zudem Jan Forstbauer (sechs Tore bei sechs Würfen) und Dominik Axmann (fünf von fünf) Verantwortung, sicherten den Sieg und feierten mit den Ersatztrommlern im Takt.