Corona-Krise

HSV-Handballer bitten bei Geisterheimspiel zur Online-Show

HSVH-Trainer Torsten Jansen (Archiv)

HSVH-Trainer Torsten Jansen (Archiv)

Foto: Witters

Der HSV Hamburg empfängt ohne Publikum die Mannschaft des TuS Fürstenfeldbruck. Livestream wird erweitert.

Hamburg. Wenn die Zweitliga-Handballer des HSV Hamburg (HSVH) an diesem Mittwoch (20 Uhr) den Aufsteiger TuS Fürstenfeldbruck zum ersten Geisterheimspiel der Vereinshistorie empfangen, wird das Bumbum bleiben. „Wir werden trommeln, die Spieler mit ein wenig Atmosphäre unterstützen“, kündigt HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke an. Statt der Fans schwingen Mitarbeiter und Helfer den Trommelstock in der Sporthalle Hamburg. Die Anhängerschaft muss von zu Hause aus zuschauen. Auch für den kostenfreien Livestream hat sich der Verein etwas ausgedacht: Das Tamtam im Netz wird erweitert.

Um 19.15 Uhr startet die Übertragung via Sportdeutschland.tv. In der Vorberichterstattung führt Hallenmoderator Finn-Ole Martins (25) Interviews am Spielfeldrand, Kommentator Maik Brockstedt (26) talkt mit Athletikcoach Philipp Winterhoff (31), Einspielfilme sind geplant. „Der Handball lebt von der Nähe zwischen Fans und Mannschaft. Diesen direkten Kontakt wollen wir aufrechterhalten“, sagt Jari Brüggmann.

Handball-Bundesliga alimentiert die weitere Professionalisierung der Clubs

Der 24-Jährige ist neben seinem Studium (Marketing & Digitale Medien) als Contentmanager beim HSVH angestellt. Den Handball cooler, „sexier“, wie er sagt, zu präsentieren, das ist sein Ziel. Wie beim Vor-Ort-Publikum mit einem Schnitt von 3500 Besuchern pro Spiel in der vergangenen Saison tritt der HSVH mit seinen Video-, Audio- und Fotoformaten auch in den sozialen Netzwerken reichweitenstark auf. 15.193 Usern auf Facebook „gefällt das“, 14.100 Abonnenten sind es bei Instagram. In Liga zwei hat nur der VfL Gummersbach mehr.

Die Handball-Bundesliga (HBL) alimentiert mit je 25.000 Euro die weitere Professionalisierung der Clubs in der Außendarstellung, der HSVH setzt diese auch in der Corona-Krise um, filmt die Heimspiele im Verbund mit der Wilhelmsburger Agentur „Hirn und Wanst“ mit mehreren Kameras. 27.000 Euro an Medienerlösen erhalten die Hamburger. Einzelne Werbeblöcke im Stream hat der Club vermarktet, der Kabinentalk „HEJ, wie war das Spiel“ wird vom gleichnamigen Öko-Snack-Hersteller präsentiert, noch mehr ist möglich.

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Eine Wieder-Teilzulassung von Fans in der Halle ist bis Jahresende wohl nicht zu erwarten. Der HSVH hat am Montag den Bescheid über rund 350.000 Euro aus dem Topf der Bundesfördermittel erhalten. Das Geld für entgangene Ticke­tingeinnahmen von April bis Dezember soll jetzt zeitnah ausgezahlt werden.