HSVH

"Hat mich überrascht": Was Jansen an der ersten Pleite stört

Trainer Torsten Jansen und der HSV Hamburg mussten am Sonntag ihre erste Saisonniederlage einstecken.

Trainer Torsten Jansen und der HSV Hamburg mussten am Sonntag ihre erste Saisonniederlage einstecken.

Foto: Imago/Eibner

Hamburgs Handballer verlieren das Topspiel in Gummersbach denkbar knapp. Knackpunkt war ausgerechnet ein Platzverweis für den VfL.

Gummersbach/Hamburg. Wie hoch die Konkurrenz den Handball Sport Verein Hamburg (HSVH) in dieser Zweitligasaison einschätzt, davon zeugten die erstaunlich ehrfurchtsvollen Reaktionen des neuen Tabellenführers VfL Gummersbach nach dem eigenen 26:25 (12:11)-Sieg gegen den bisher ungeschlagenen Gegner. Von „zwei Big Points über einen Mitfavoriten um die zwei begehrten Aufstiegsplätze“ sprach Gummersbachs isländischer Trainer Gudjon Valur Sigurdsson, resümierte die 60 Spielminuten vor leeren Rängen (das erste Geisterspiel in der HSVH-Geschichte) in der Schwalbe Arena ungewohnt demütig: „Heute waren wir vielleicht nicht die bessere, definitiv aber die glücklichere Mannschaft.“

Der wechselvolle Spielverlauf unterstreicht diese Einschätzung. Die Hamburger ließen sich vom frühen 4:7-Rückstand (12.), den verworfenen Siebenmetern von Niklas Weller und Jonas Gertges nicht aus dem Konzept bringen, egalisierten zu Beginn der zweiten Hälfte den bis dahin permanenten Rückstand und lagen in der 39. Minute mit 17:15 erstmals mit zwei Toren in Führung.

HSVH verliert in Überzahl die Linie

Im Anschluss an eine Rote Karte für den Gummersbacher Tin Kontrec (42.) – nach einem rüden Einsteigen gegen Rechtsaußen Thies Bergemann – verlor die Mannschaft von Trainer Torsten Jansen aber plötzlich ihre spielerische Linie, obwohl sie mit 19:18 weiter führte.

In Überzahl kassierte sie zunächst den Ausgleich, ehe die Gummersbacher auf drei Tore (20:23/51.) davonzogen. Zwar warf Dominik Axmann den HSVH heran, am Ende stand trotz eines starken Torhüters Jonas Maier (17 Paraden) die erste Niederlage im vierten Saisonspiel.

Jansen moniert fehlendes Tempospiel

„Wir haben nie richtig in unser Tempospiel gefunden, was mich überrascht hat. Darüber hinaus haben wir so viele technische Fehler gemacht wie sonst in drei Spielen zusammen. Das hat uns in der entscheidenden Phase Mitte der zweiten Halbzeit das Genick gebrochen. Wir führen mit zwei Toren, laden Gummersbach dann ein, wieder ins Spiel zu finden“, klagte HSVH-Trainer Jansen.

„Ich hatte das Gefühl, dass meine Mannschaft nicht so agil und mental präsent war wie zuletzt. Phasenweise haben wir das in der Abwehr ganz gut gemacht, aber danach im Angriff zu statisch agiert.“ Die Folge: Nach Ballverlusten in der Offensive trafen die Gummersbacher gleich fünfmal ins leere Hamburger Tor.

Die fehlende Frische und zwischenzeitliche Konzentrationsmängel sind indes erklärbar. Das Spiel beim Bundesliga-Absteiger von 2019 war das erste nach dreiwöchiger Zwangspause nach insgesamt neun Corona-Fällen. Die Belastungen werden künftig nicht geringer. Am Mittwoch (20 Uhr) folgt in der Sporthalle Hamburg das Heimspiel gegen Aufsteiger Füstenfeldbruck, bis zum Jahresende stehen noch zwölf Spiele an.

Tore HSV Hamburg: Weller 6 (1 Siebenmeter), Bauer 5, Bergemann 4, Axmann, Forstbauer, Tissier alle 3, Gertges 1