2. Bundesliga

HSVH-Handballer müssen trotz Quarantäne antreten

HSV-Hamburg-Trainer Torsten Jansen hat vier prominente Ausfälle wegen des Coronavirus zu beklagen.

HSV-Hamburg-Trainer Torsten Jansen hat vier prominente Ausfälle wegen des Coronavirus zu beklagen.

Foto: Witters

Die Hamburger Zweitligamänner sind am Sonntag in Großwallstadt wegen Corona ohne vier Profis in der 2. Bundesliga gefordert.

Hamburg. Am Donnerstagvormittag blinkte auf der Webseite der 2. Handball-Bundesliga schon wieder die erste Spielverlegung auf. Das Ostderby zwischen Aue und Eisenach am kommenden Sonntag kann nach zwei Corona-Fällen und angeordneter Quarantäne beim EHV Aue nicht stattfinden. Erst am Mittwochabend waren wegen weiterer positiver Testergebnisse lediglich fünf von neun Zweitligaspielen angepfiffen worden. Auch das Heimspiel des HSV Hamburg (HSVH) gegen Bayer Dormagen fiel aus, nachdem sich das Team um Trainer Torsten Jansen (43) erneut in Quarantäne befand.

Über die Begegnung der Hamburger am Sonntag (17 Uhr/Sportdeutschland.tv) beim TV Großwallstadt gibt die Webseite der Handball-Bundesliga auch Aufschluss: Das Spiel findet – Stand jetzt – statt. Die sportliche Wertigkeit dieser Partie ist allerdings mehr als fraglich. Ohne vier zum Teil prominente Stammkräfte ist der HSVH zum Spielen-Müssen gedrängt, weil dem Team vermutlich neun der 16 Lizenzspieler zur Verfügung stehen. Ist die Hälfte des Kaders einsetzbar, so steht es in den Ligastatuten, muss gespielt werden.

HSV-Handballer: Vier Profis in Quarantäne

„Sportlich gesehen“, sagt HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke, „ist es für uns ein Worst-Case-Szenario. Da kann man den Wettbewerb auch gleich auswürfeln.“ Die beiden zuletzt im Nachgang der Auswärtspartie in Aue (35:32) beim HSVH positiv auf das Coronavirus getesteten Spieler befinden sich von vergangenem Montag an in zehntägiger Isolation, für zwei Spieler, die auf der Busreise ins Erzgebirge und zurück neben ihnen saßen, ist eine 14-tägige Quarantäne angeordnet. Diese hatte das Team nach sechs Corona-Fällen bereits Ende September lahmgelegt.

Neben den rekonvaleszenten Finn Wullenweber (Reha nach Rückenoperation) und Dominik Vogt (krank) bleiben den Hamburgern noch neun Profis. Wer spielen kann und wer nicht, hält der Verein verborgen – auch damit der Gegner sich nicht zu sehr vorbereiten kann.

Der seit Saisonbeginn aufgerückte U-19-Nachwuchskreisläufer Thore Feit (17) kann den Kader als Nummer zehn auffüllen. Der 17-Jährige befindet sich nach zwei negativen Schnelltests vorerst nicht in Quarantäne, für einen Großteil der Bundesligajunioren des HSVH ist wegen Kontakts zu den Profis dagegen eine Quarantäne angeordnet worden. Sie können nicht aushelfen. Neu-Torwart Jan Peveling (32) ist für Großwallstadt zudem noch keine Option.

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Erst am Donnerstag konnte Jansen sein Rumpfteam nach vorsorglicher Quarantäne wieder im Training versammeln, am Freitag steht der finale Spieltags-Corona-Test an. Fällt dieser bei allen negativ, wird gespielt.​

Hamburger Handball-Verband setzt Spielbetrieb teilweise aus

Der Hamburger Handball-Verband hat derweil auf die gestiegenen Corona-Zahlen sowie die Sorgen und Abmeldungen zahlreicher Mannschaften reagiert und den Spielbetrieb von der Sechsten Liga (Landesliga) bis in die unteren Klassen bis Jahresende ausgesetzt. In den leistungsbezogenen Ober- und Hamburg-Ligen soll gespielt werden. Dagegen regt sich neuer Protest. Sollten die Clubs mehrheitlich nicht antreten wollen, ist eine Saisonunterbrechung zu erwarten. Am Donnerstagabend tagten dazu die Staffelvertreter.